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Milcherzeugung

Effizienter Milch erzeugen. Worauf die Amerikaner achten

Kühe und automatische Fütterung
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Markus Pahlke, agrarheute
am
17.11.2017

Den amerikanischen Milcherzeugern eilt der Ruf als ausgezeichnete Manager voraus. Was können wir von Ihnen lernen und welche Kniffe wenden Sie an, um effizienter Milch zu erzeugen? Ein US-Berater gibt Tipps.

Prof. John Fetrow

Prof. John Fetrow von der University of Minnesota ist ein gefragter Mann. Der Tierarzt und Ökonom berät viele Milcherzeuger in den Staaten. Sein Wissen basiert auf praktischer Erfahrung: Er hat jahrzehntelang einen großen Milchviehbetrieb geführt und zu einem hochprofitablen Unternehmen weiterentwickelt. Sein Beratungsansatz ist so verblüffend wie einfach. Er identifiziert die “Flaschenhälse” auf den Betrieben und legt auf diese Weise Potentiale frei.

Was hält eine Kuh davon ab, nicht noch einen Bissen mehr zu fressen?

Amerikanische Landwirte verfolgen konsequent das Ziel, eine maximale Futteraufnahme zu erzielen. Die zentrale Frage dabei: Was hält eine Kuh davon ab, nicht noch einen Bissen mehr zu fressen. Damit sie mehr frisst, muss man öfter Futter vorlegen.

Mindestens zweimal täglich und darüber hinaus wenigstens siebenmal in 24 Stunden Futter anschieben. Das Entscheidende dabei ist, dass bei der zusätzlichen Futteraufnahme alle Kosten im Prinzip schon gedeckt sind und damit jeder zusätzliche Liter Milch netto Mehreinnahmen beschert. Gerade in Zeiten niedriger Milchpreise ist ein solcher Ansatz ein wertvoller Managementbaustein.

Mehr Trockenmasse aufnehmen, mehr Gewinn

Eine Hochleistungskuh in Deutschland nimmt im Schnitt 22 kg Trockenmasse auf. Welchen Effekt hat es, wenn wir sie dazu brächten, ein halbes Kilo mehr zu fressen? Bei einem Milchpreis von 40 Cent wären das je Kuh und Jahr 110 Euro mehr Gewinn. Selbst bei einem Preis von 20 Cent würden noch 30 Euro herausspringen. Das heißt, wer den Gewinn steigern will, muss seine Kühe dazu bringen, mehr zu fressen.

Was kosten Transitkrankheiten?

Als Ökonom wird John Fetrow immer wieder gefragt, was Erkrankungen der Transitkühe kosten. Er hat dazu ein Berechnungsprogramm erstellt, das die Kosten auf jedem Betrieb individuell berechnen kann. Doch wer will es schon so genau wissen? Und sind die Unterschiede so groß? Nein, sagt Fetrow. Man könne im Schnitt bei allen Erkrankungen im Abkalbezeitraum mit Kosten pro Fall von rund 300 Euro kalkulieren. Auf diese Weise erhält man schnell einen Überblick, wieviel die Erkrankungen in diesem Zeitraum gekostet haben.

John Fetrow in Deutschland

Im Rahmen der Precision Dairy Farming Tour befindet sich der Amerikaner ab übernächster Woche in Deutschland. Unter anderem spricht er in Pfiffelbach, Triesdorf, Fischbach, Rotthalmünster und Schwarzenfeld. Weitere Informationen unter

http://www.kuhgesundheit.de/2017/05/22/precision-dairy-farming-tour-november-2017/

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