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Milchproduktion

EMB richtet Forderungspapier an die Politik

von , am
19.08.2009

Brüssel - Am 7. September findet eine außerordentliche Ratssitzung der EU-Agrarratminister statt. In einem Positionspapier fordert das European Milk Board (EMB) von den Agrarministerin vorab einen Systemwechsel.

© Graf

Hintergrund ist die Vorstellung des von der EU-Kommission vorgezogenen EU-Milchmarktberichts.

"Das European Milk Board (EMB) richtet erneut klare Forderungen an die EU-Kommission und wird in diesem Zusammenhang über die entsprechende oder eben nicht entsprechende Beachtung der EMB-Forderungen beraten und angemessene weitere Schritte der Milcherzeuger einleiten", kündigt das European Milk Board in einer Pressemitteilung an.

In seinem Positinspapier fordert das European Milk Board einen Systemwechsel "für die dauerhafte Stabilität einer flächendeckenden, nachhaltigen Milcherzeugung und Milchwirtschaft in Europa".

Es umfasst folgende langfristige Punkte:

  • Monitoringstelle
    Zur Analyse und Einschätzung von Angebot und Nachfrage soll eine europäische Monitoringstelle eingerichtet werden, vertreten sind Milcherzeuger (EMB), Molkereiwirtschaft, Verbraucherorganisationen und Politik
  • Erzeugerfinanzierte Umlage
    Eine für alle Milchproduzenten in der EU verbindliche Erzeugerumlage soll zur Finanzierung einer bedarfsorientieren Mengensteuerung genutzt werden, die Rechtsgrundlage müsste noch geschaffen werden
  • Allgemeinverbindlichkeit
    Damit marktgestaltende Instrumente greifen können, braucht es eine EU-weite, rechtlich abgesicherte Mengenbegrenzung auf der Basis einzelbetrieblicher Referenzmengen
  • Bündelung der Milcherzeuger
    Damit Milcherzeuger sich auf der Ebene der Mitgliedsstaaten und darüber hinaus zu Erzeugergemeinschaften zusammenschließen dürfen, soll eine Rechtsgrundlage geschaffen werden

Kurzfristige Maßnahmen im Positionspapier:

Ein Stufenplan soll die Anhebung des Milchpreises auf ein kostendeckendes Niveau sichern, zum 1. Oktober 2009 soll der Milchpreis 30 Cent, zum 1. November 2009 33 Cent, zum 1. Dezember 2009 37 Cent und zum 1. Januar 2010 40 Cent betragen.

Das EMB schlägt in seinem Papier dazu folgende kurzfristige Maßnahmen vor:

  • Die wirksame Einschränkung der nationalen Saldierungsmöglichkeiten
  • Das Einfrieren der einprozentigen Quotenerhöhung zum 1. April 2009
  • eine europaweite Ausschreibung für eine freiwillige, zeitlich begrenzte Mengenreduzierung

 

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