Login
Rinder-Impfung

Empfehlung: Jetzt Tiere gegen Blauzungenkrankheit impfen

Impfung Rind
© agrarfoto
von , am
03.05.2017

In EU-Ländern grassiert seit Monaten die Blauzungenkrankheit. Nun ruft auch Agrarminister Meyer die niedersächsischen Rinderhalter zur Impfung auf.

Die Blauzungenkrankheit ist zwar in Deutschland derzeit noch nicht ausgebrochen, aber in Nachbarländern schon aufgetaucht. Übertragen wird diese Tierseuche, die neben klinischen Erscheinungen zu erheblichen Handelsbeschränkungen führt, durch Stechmücken. Aus diesem Grund appelliert Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer an die Schaf- und Rinderhalter, die Tiere vor dem Start der warmen Jahreszeit und damit der Mückensaison vorsorglich impfen zu lassen.

Vorbeugende Impfung gegen Blauzungenkrankheit erlaubt

Eine vorbeugende Impfung gegen Blauzungenkrankheit ist zulässig, muss allerdings von der zuständigen Veterinärbehörde genehmigt werden. Auf diese Weise wird zum einen ein Schutz vor dem Ausbruch der Krankheit gewährleistet; zum andern können geimpfte Tiere aus sogenannten Restriktionsgebieten transportiert werden. Voraussetzung ist aber, dass die Impfung 60 Tage zurückliegt.

"Ich empfehle den Landwirten unbedingt eine vorbeugende Impfung. Das schützt nicht nur die Tiere, sondern auch die Bauern vor eventuell enormen wirtschaftlichen Verlusten", sagte Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer.

Impfwirkung erst nach sechs Wochen

Schon im Februar rief das Landesuntersuchungsamt in Rheinland-Pfalz die dortigen Tierhalter auf, noch vor dem Frühjahr ihre Rinder, Schafe und Ziegen gegen den Erreger der Blauzungenkrankheit impfen lassen. Die Impfung braucht etwa sechs bis sieben Wochen, bis sie ihre volle Wirkung entfaltet. Die Überträgerinsekten sind schon bei einer Temperatur von 10 Grad aktiv.

Impfkosten trägt der Tierhalter

Die Impfung ist freiwillig, die Impfkosten trägt der Tierhalter. Rinderhalter in Baden-Württemberg bekommen jedoch die Hälfte der Impfkosten zurückerstattet.

Die Blauzungenkrankheit (BT) ist eine anzeigepflichtige Tierseuche der Wiederkäuer, die durch Viren verursacht und über Mücken der Gattung Culicoides (Gnitzen) übertragen wird. Derzeit finden zwei voneinander unabhängige Seuchenzüge in benachbarten EU-Staaten statt. Die Gefahr der Einschleppung der BT-Virus-Serotypen 4 und 8 während der bevorstehenden Mückensaison aus dem Süden und Südwesten Europas ist hoch. Nach dem schweren Seuchenzug von 2006 bis 2009 ist Deutschland derzeit noch frei von der Blauzungenkrankheit.

Folgen einer Infektion

Die Impfung ist aktiver Tierschutz, so das Landesamt weiter, denn die Virusinfektion könne für empfängliche Tiere ernsthafte Folgen haben. Für Schafe kann die durch Stechmücken übertragene Erkrankung tödlich sein. Im Falle von schweren Verläufen treten Fieber, Atemprobleme, vermehrter Speichelfluss sowie die typisch geschwollenen und blaugefärbten Zungen auf. 

Bei Rindern verläuft die Erkrankung meist milder, mit Läsionen im Nasen-Flotzmaulbereich, am Euter und an den Zitzen. Außerdem treten Bindehautentzündungen, Kronsaumschwellungen in Verbindung mit Lahmheit oder Festliegen auf sowie ein Rückgang der Milchleistung bei Kühen bzw. Deckunlust bei Bullen.

Mit Material von ML Niedersachsen, LUA
Auch interessant