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Aufreger der Woche

Ende der Anbindehaltung: Richtiger Schritt oder das Aus für Kleinbetriebe?

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Redaktion agrarheute, agrarheute
am
07.04.2016

Am 22. April wird der Bundesrat aller Voraussicht nach für ein Verbot der ganzjährigen Anbindehaltung von Rindern votieren. Die Meldung sorgte für einige Unruhe auf unserer facebook-Seite.

Der Agrarausschuss des Bundesrats sprach sich am Dienstag mit großer Mehrheit dafür aus, einem Entschließungsantrag von Hessen zu folgen. Die schwarz-grüne hessische Landesregierung hatte das Verbot der ganzjährigen Anbindehaltung in der Drucksache 548/15 vom 13. November 2015 gefordert. Im Dezember war die Entscheidung im Bundesrat noch vertagt worden, da weiterer Beratungsbedarf bestand. Am 22. April wird das Plenum des Bundesrats über das Verbot abstimmen.

Die Meldung löste auf unserer facebook-Seite unterschiedliche Reaktionen aus.

Was wird aus den kleinen Betrieben?

"Dann kann die Hälfte zusperren, an einen neuen Stall ist eh nicht zu denken bei den Preisen", blickt Marco ob der Entscheidung düster in die Zukunft.

"Eine Frechheit, wie die Politik und Gesellschaft mit uns Landwirten umgeht. Würde die Milch noch billiger verramschen, dann steigt bestimmt das Tierwohl und es bleiben auch nur noch die über, denen es um die Tiere geht und nicht um den Profit", kommentiert unser Leser Sebastian mit sarkastischem Unterton.

Jonas ist zwiegespalten: "Grundgedanke ist gut, bin ich dafür. Aber was ist mit uns Kleinbetrieben? Diese müssen ihre Landwirtschaft mit Viehhaltung aufgeben, weil es aus finanziellen Gründen nicht möglich ist, umzurüsten. Wo ist jetzt der Sinn darin? Wenn ich die kleinen Höfe dazu zwinge aufzuhören, weil sie sich das nicht leisten können einen neuen Stall hinzustellen."

"Für Stallneubauten und -erweiterungen kann es von mir aus Pflicht sein, aber doch nicht für bestehende Betriebe. Das bedeutet für mich - in zwölf Jahren bin ich arbeitslos und muss meinen Betrieb aufgeben", kommentiert Katja mit einem weinenden Emoticon.

'Schritt in die richtige Richtung'

"Schritt in die richtige Richtung! Die Zeit der Ketten muss endlich vorbei sein!" schreibt Stefan.

"Also ich bin auch als Landwirt dafür, dass das Anbinden abgeschafft wird. Fanggitter reichen auch", gibt Stefan in der Diskussion zu bedenken.

"Das sowas von heut auf morgen nicht geht, ist klar. [Das] braucht fünf bis zehn Jahre, bis alle Bauern auf dem Standard sind, der dann verlangt wird. Aber jeder weitere Umbau soll weg von der Anbindehaltung sein", kommentiert Corina.

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