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Haltungsformen

Endgültiges Aus für Anbindehaltung in Dänemark

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am Mittwoch, 14.10.2020 - 11:00 (Jetzt kommentieren)

Die Anbindehaltung ist auch in Deutschland umstritten. Dänemark hat jetzt sogar ein komplettes Aus beschlossen.

Die dänische Regierung hat am 07. Oktober 2020 das Aus der Anbindehaltung beschlossen. Nach dem vorgelegten Plan des dänischen Landwirtschaftsministers Mogens Jensen gilt ab 2027 ein generelles Verbot für diese Haltungsform.

Ökobetriebe hingegen müssen bereits bis 2024 vollständig aus diesem Haltungssystem aussteigen. Das Verbot der Anbindehaltung in Neubauten soll ab dem 1. Januar 2022 gelten und wird voraussichtlich in der novellierten, dänischen Ökoverordnung festgeschrieben.

Kleinstrukturierte Betriebe mit bis zu 50 Kühen sollen durch eine Ausnahmegenehmigung eine zweijährige Übergangsfrist bekommen. Diese gilt allerdings nur, wenn der Betriebsleiter ansonsten ein „ausreichendes Tierschutzniveau“ nachweisen kann.

Wie ist der Stand in Deutschland?

Der Bundesrat hatte sich im Jahr 2016 nach Antrag des Landes Hessen für ein Verbot der ganzjährigen Anbindehaltung in Deutschland eingesetzt. Da die wirtschaftlichen Folgen und der damit verbundene Strukturwandel nicht abschätzbar waren, hatte sich die Bundesregierung dazu entschieden den Antrag abzulehnen und eine Prüfung der Folgen durch das Thünen-Institut in Auftrag zu geben. Zudem wurde eine Übergangsfrist von 12 Jahren, also bis zum Jahr 2028 festgelegt.

Vordergrund der aufkommenden Diskussion über diese Haltungsform ist, dass dieses Verfahren als „kein tiergerechtes Haltungsverfahren“ eingestuft wird und die Tiere ihr natürliches Verhalten nur sehr eingeschränkt ausüben können.

Welche Folgen hätte ein Verbot der Anbindehaltung in Deutschland?

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Laut Untersuchung des Thünen-Instituts gibt es keine genauen Daten, wie viele Betriebe in Deutschland mit dieser Haltungsform arbeiten. Nach Angaben der Landwirtschaftszählung des Bundesamtes für Statistik gab es im Jahr 2010 ungefähr 31.500 Betriebe, die ihre insgesamt 650.000 Tiere in Anbindung hielten. Das sind 35 Prozent aller Milchviehbetriebe und 15 Prozent des gesamten Kuhbestandes. Diese Zahl zeigt, wie wichtig eine gut durchdachte, langfristige Lösung daher für die Landwirte ist.

Das Institut geht im Rahmen seines Auftrags davon aus, dass gut 35 Prozent der Halter ihre Betriebe bei einem endgültigen Verbot aufgeben würden. Dabei spielen Faktoren wie das Alter, keine Erweiterungs- oder Umbaumöglichkeiten oder eine nicht geregelte Hofnachfolge die entscheidende Rolle.

Falls sich der Betriebsleiter doch für die Tierhaltung entscheidet, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Mit Material von Thünen-Institut; AgE

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