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Milchproduktion

EP-Agrarausschuss fordert Ausbau der Mengenregulierung

© Krenn
von , am
29.01.2013

Die Agrarexperten im EU-Parlament haben sich für mehr Marktregulierung ausgesprochen. Um Milchüberschüsse zu vermeiden, sollen stärkere Anreize für Produktionsreduzierung geschaffen werden.

Eine Erholung der Milchpreise scheint sich derzeit nicht abzuzeichnen. © lemmiu/fotolia.de
Während die EU-Agrarexperten Rufen nach einer Verlängerung der Garantiemengenregelung eine Absage erteilten, sollen neue Instrumente zur Marktregulierung greifen. Um Milchüberschüsse zu vermeiden sollen im Krisenfall für Erzeuger Anreize geschaffen werden. Für freiwillige Produktionseinschränkungen von mindestens fünf Prozent gäbe es dann einen finanziellen Ausgleich, während Betriebe, die ihre Erzeugung gleichzeitig um mehr als fünf Prozent ausweiten, mit Strafabgaben rechnen müssten. So sollen Übermengen vermieden und die Marktposition der Erzeuger gegenüber den Molkereien gestärkt werden. Zudem soll die öffentliche Lagerhaltung zukünftig für Butter und Magermilchpulver das ganze Jahr über möglich sein. Die Ankaufmengen für Butter zu Festpreisen werden auf 70.000 Tonnen angehoben. Referenzpreise zur Auslösung von Marktmaßnahmen sollen regelmäßig überprüft werden.
 
Während der Erzeugerverband BDM die Vorschläge zur Mengenregulierung begrüßt, lehnt der Deutsche Bauernverband Anreize zur Produktionsreduktion entschieden ab.
 

DBV lehnt Milchmengenkontrolle ab

Der Deutsche Bauernverband (DBV) lehnt den Vorschlag des EP-Agrarausschusses zur Einführung neuer europaweiter Milchmengen-Kontrollinstrumente entschieden ab. Auch wenn es sich lediglich um eine Regelung für Sonderfälle handeln soll, gehe der Vorschlag in die völlig falsche Richtung. Der DBV gibt zu bedenken, dass staatliche Mengenregulierung kein geeignetes Instrument sei, einen sich dynamisch entwickelnden Milchmarkt politisch zu begleiten. Offene Märkte verhinderten letztlich eine preisliche Wirkung einer Produktionsreduktion im Inland. Desweiteren sei eine staatlich verordnete Einschränkung der Produktionsmenge bei steigender globaler Lebensmittelnachfrage gesellschaftlich nicht mehr vermittelbar. 

BDM begrüßt freiwilligen Lieferverzicht

Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) wertet es als Erfolg, dass die Abgeordneten dem Vorschlag eines freiwilligen Lieferverzichts gegen Entschädigung als Marktkriseninstrument zustimmten. Nach Ansicht des BDM hat der EU-Agrarausschuss mit dem Beschluss den richtigen Weg eingeschlagen, da dieses eine schnelle und effektive Marktentlastung ermögliche. Überschüsse schwächten die Position der Milcherzeuger gegenüber den Molkereien.  "Anders als die Einlagerung von Milch im Krisenfall greift der Freiwillige Lieferverzicht an anderer Stelle, wirkt unmittelbar marktbereinigend, weniger marktverzerrend und hat keinen negativen Effekt auf den Weltmarktpreis. Die Einlagerung von Milch führt bei ihrer Auslagerung hingegen zu einem Preisdämpfungseffekt und einer "künstlichen" Verlängerung der Preistäler, wenn damit zusätzliche Mengen auf den Markt drücken", erklärt BDM-Vorsitzender Romuald Schaber.

EU-Agrarrat: Milch auf der Straße

 
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