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Zucht

Erbfehler: Was wird aus den betroffenen Top-Vererbern?

von , am
09.10.2013

Wie geht es nach der Entdeckung der Erbfehler Zwergwuchs und Minderwuchs mit den betroffenen Fleckvieh-Vererbern weiter? - Die Antwort finden Sie im zweiten Teil des Schwarzenbacher-Interviews.

Ein typisches Symptom für Zwergwuchs ist auch die Unterkieferkürzung. © Schwarzenbacher
"Die Stiere dürfen weiter in der Besamung eingesetzt werden, weil die Verbreitung der Mutation in der Population sehr selten ist, insbesondere beim Zwergwuchs und weil durch die Kennzeichnung sämtlicher aktiver KB-Stiere, eine sehr einfache und effiziente Vermeidung von Risikoanpaarungen möglich ist", sagt Dr. Schwarzenbacher im agrarheute-Telefoninterview.
 
Die Strategie bei FH2 (Minderwuchs) sehe so aus, dass man die Defektmutation, die aktuell bei vier Prozent liege, in einem länger andauernden Prozess reduziere, weil sonst die Kosten im Hinblick auf die Inzuchtentwicklung, genetische Breite und Zuchtfortschritt zu hoch seien für die Fleckviehrasse. "Hier haben wir die Strategie gewählt, die Defektmutation langsam zurück zu drängen".

90 Stiere sind Träger des Zwergwuchs- und 620 des Minderwuchs-Defekts

Aktuell sind rund 30.000 Fleckvieh-Tiere mittels Haplotypentest auf die beiden Erbfehler geprüft worden. Unter den aktiven KB-Stieren wurden so 90 deklarierte Träger des Zwergwuchs-Defekts identifiziert und beim Minderwuchs ca. 620 Anlageträger. Die geprüften Tiere sind Teil der genomischen Zuchtwertschätzung.
 
"Bei den weiblichen Tieren ist die Situation etwas anders, da gibt es noch relativ wenige Ergebnisse, weil auch nur wenige Tiere der genomischen Zuchtwertschätzung unterzogen werden. Deshalb kann man die Frequenz nur aus Populationsanalysen schätzen. Diese Schätzungen gehen von rund zwei Prozent beim Minderwuchs und deutlich unter einem Prozent beim Zwergwuchs bei den weiblichen Tieren aus", meint der Experte von der ZuchtData Wien.
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