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Aus der Wirtschaft

Ein Erfolg in der Mastitisprophylaxe

von , am
07.04.2011

Siegen - Die Ergebnisse der "Mastitisinitiative 2010" von Pfizer Tiergesundheit belegen: Neue Lösungsansätze für Mastitisprobleme verbessern die Eutergesundheit.

Landwirte und Veterinäre wünschen sich weitere Fortbildungsprojekte. © Werkbild
Mastitis ist eines der herausragenden Gesundheitsprobleme in der Rinder- und Milchviehwirtschaft. Die klinische oder chronische Entzündung der Milchdrüse, wird durch verschiedene Bakterien und Umweltkeime verursacht. Das stellt eine Gefahr für Mensch und Tier dar, denn über die Milch können Erreger in die Nahrungskette gelangen. Verhindert wird dies durch die regelmäßige Überprüfung der somatischen Zellen in den Molkereien, die im Rahmen der deutschen Milch-Güteverordnung erfolgt.

Hohe Kosten vorprogrammiert?

Mastitis hat so auch eine große wirtschaftliche Bedeutung. Die Eutererkrankung verursacht Milchverluste und Behandlungskosten sowie im schlimmsten Fall das Aussondern von Tieren aus einem Milchviehbetrieb. Mastitis schädigt heimische Landwirtschaftbetriebe vehement. Allein bei Milchkühen wird der jährliche wirtschaftliche Schaden durch Mastitiden in Deutschland auf 255 Millionen Euro geschätzt.

Was ist "Mastitisinitiative 2010"

Um Ansätze zur Vermeidung von Mastitis vor Ort mit Landwirten und Tierärzten zu diskutieren, hatte Pfizer Tiergesundheit die "Mastitisinitiative 2010" ins Leben gerufen. In der Zeit von Anfang September bis Mitte Oktober 2010 besuchten eigens für die Aktion geschulte Tiermedizinstudenten die teilnehmenden Milchviehbetriebe in ganz Deutschland und informierten über Möglichkeiten der Mastitisprävention.

Eutergesundheit konsequendt verbessern

"Es ist uns wichtig, Tierärzte und Landwirte in ihrer täglichen Arbeit durch bewährte Produkte und einen in Deutschland beispiellosen wissenschaftlichen Außendienst zu unterstützen. So können wir gezielt Projekte für individuelle Problemlagen entwickeln. Bei der Mastitisinitiative haben die Einbindung der Studierenden und der erfahrenen Tierärzte vor Ort sowie unsere neuesten Forschungsergebnisse bei der Mastitisprävention nachweislich dazu beigetragen, die Eutergesundheit auf vielen Höfen zu verbessern", sagt Dr. Peter Zieger, National Veterinary Manager Cattle bei Pfizer Tiergesundheit.

Mit einfachen Mitteln zum Erfolg

Die studentischen Berater kontaktierten knapp 400 Höfe, die Interesse an dem Projekt angemeldet hatten und auch ihre zuständigen Hoftierärzte. Vor Ort machten sich die Studierenden mit Hilfe einer Checkliste ein Bild von dem Betrieb und der bestehenden Problematik. Im Anschluss erläuterten sie, welche oft einfachen Maßnahmen zu einer guten Eutergesundheit der Milchviehherde führen können. Darüber hinaus wurde aufgezeigt, wie Tiere mit zu hohen Zellzahlen in der Milch schnell identifiziert werden. Gründliche Desinfektion und Zwischendesinfektion von Eutern, Händen und Handschuhen wurden empfohlen.

Trockenstellen mit dem Zitzenversiegler

Ferner wurde die Bedeutung eines internen Zitzenversieglers dargestellt, der beim Trockenstellen das Zitzeninnere versiegelt und so Bakterien und Keime den Zugang zum Euterinneren verwehrt. Der für das Projekt erstellte Fragebogen wurde von Professor Wolfgang Heuwieser von der FU Berlin (Fachbereich Veterinärmedizin, Tierklinik für Fortpflanzung) entwickelt. Die Resultate der Befragungen wurden mit den für die Betriebe zuständigen Tierärzten besprochen. Die Gesamtauswertung der Fragebögen wird in Kürze veröffentlicht.

"Prophylaxe ist sinnvoller als Therapie"

Dr. Jens Kopp, Großtierpraktiker aus Niedersachsen: "Prophylaxe ist generell sinnvoller als Therapie, daher legen wir in der Bestandsbetreuung ein großes Augenmerk hierauf. Die Mastitisinititive war da ein sinnvoller Anstoß von außen. Die Besuche der Studierenden wurden von uns mit Hilfe computergestützter MLP-Datenauswertung vorbereitet,. Auf vielen Betrieben haben wir gemeinsam mit den Landwirten Ansatzpunkte für Verbesserungen gefunden".

Hohe Fachkompetenz gelobt

Die Landwirte beurteilten die erhaltenen Informationen durchweg positiv und orientieren sich auch in ihrer täglichen Arbeit hieran: Etwa die Hälfte der befragten Teilnehmer hat nach dem Projekt etwas im alltäglichen Arbeitsablauf umgestellt. Sie gaben an, dass ihnen das Projekt geholfen habe, vorhandene Mastitisprobleme zu lösen. Das Engagement der studentischen Berater wurde sowohl von den Landwirten als auch von den Veterinärmedizinern sehr gelobt.

Weitere Fortbildungsprojekte gewünscht

Die im Nachgang befragten Landwirte und Veterinäre erklärten sich zu 100 Prozent bereit, wieder an Fortbildungsprojekten teilzunehmen. Matthias Nachtwey, Landwirt aus Niedersachsen: "Ich fand das Projekt richtig gut. Die Infos waren prima und die Studentin kannte sich gut aus. Man wird ja im Laufe der Zeit etwas betriebsblind und jetzt sind wir wieder sensibilisiert und auf dem neuesten Stand. Die Mastitisinitiative 2010 hat uns dabei geholfen. Wir achten jetzt verstärkt auf die Desinfektion und die richtige Behandlung zum Trockenstellen."
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