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Zucht

Erfolgreich mit Beef on Dairy: So gelingt die Umstellung

Die Milchviehherde mit Fleischrinderbullen zu belegen kann für den Betrieb viele Vorteile haben.
am Dienstag, 29.11.2022 - 05:00 (13 Kommentare)

Beef on Dairy, sprich Milchvieh mit Fleischrinderbullen zu besamen, bietet Milchviehbetrieben gute Entwicklungschancen und Absatzmöglichkeiten. Was Sie dabei beachten müssen, haben wir für Sie zusammengestellt.

Auf Beef on Dairy umzustellen und Milchvieh mit Fleischrinder-Bullen zu belegen, ist ein mittlerweile etablierter Trend. Zuchtunternehmen schätzen, dass bis zum Jahr 2030 bis zu 60 Prozent der Besamungen von Milchvieh auf Fleischrassen umgestellt sind. Vor macht es uns schon der amerikanische Markt. Bisher kommen die Kälber zur Fleischerzeugung zu 75 Prozent aus der Reinzucht Milchvieh, zu 20 Prozent aus der Beef on Dairy-Züchtung und zu 5 Prozent aus der Reinzucht Fleischrinder.

Um hier aus den Kälbern, die den Betrieb verlassen, die monetären Ergebnisse zu verbessern, kann sich der Einsatz von Fleischrinderbullen auf Milchvieh lohnen. Wichtig dabei ist aber, für den eigenen Betrieb zu Beginn einen genauen Fahrplan, Ziele und Kontrollpunkte über Erfolg und Misserfolg zu definieren.

Beef on Dairy: Schritt für Schritt flexibel umstellen

  • Absatzmöglichkeiten müssen vorab geklärt werden.
  • Definieren Sie, wie viele Ersatzfärsen Sie benötigen. Der Rest der Herde kann dann mit Fleischbullen belegt werden.
  • Den Beef on Dairy-Bullen bewusst wählen. Empfehlenswert sind Bullen, die extra für Beef on Dairy gezüchtet wurden. Sie erfüllen die wichtigen Kriterien: leichte Kalbung, Frohwüchsigkeit, sehr guter Fleischansatz des Schlachtkörpers und hohe Überlebensrate der Kälber.
  • Viele Landwirte nutzen, um die Auswahl zu vereinfachen, den Nordic Beef on Dairy Index (NBDI). Er vereint Informationen über die Fähigkeit des Bullen gewünschter Merkmale wie Leichtkalbigkeit, Wachstum und Schlachtkörperqualität an seine Nachkommen zu vererben. Mit dem NBDI soll sichergestellt werden, dass höchste Rentabilitäten erreicht werden. So können Sie, unabhängig von der Rasse das leistungsstärkste Tier für die Bedürfnisse und Zuchtziele für Beef-on-Dairy im Betrieb auswählen.

Milcherzeugung sollte Kerngeschäft bleiben

Wichtig ist aber dabei, dass egal, welche Entscheidung getroffen wird, die Milcherzeugung das betriebliche Kerngeschäft ist und bleibt. Die Entscheidung im Bereich Rindfleisch dürfen sich darauf nicht negativ auswirken.

Gut zu wissen ist zudem, dass das System generell sehr flexibel ist. Entscheidungen, die in dem Bereich Beef-on-Dairy bezüglich der Rasse gefällt werden, können jedes Jahr wieder an die Marktnachfrage angepasst werden.

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