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Milchproduktion

Erholung am Milchmarkt war dringend notwendig

von , am
20.08.2010

Berlin - Die Wirtschaftlichkeit der Milcherzeugung in Deutschland hat sich im Anschluss an das katastrophale Jahr 2009 aktuell wieder erholt. Dies war aber auch dringend notwendig, erklärte der DBV.

© kristian-sekulic/Fotolia

Lagen die Milcherzeugerpreise vor einem Jahr bei unter 22 Cent je Kilogramm Milch (3,7 Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweiß) im Bundesmittel, sind aktuell Preise von rund 30 Cent für den Juli 2010 zu erwarten. Aus Sicht der Erzeuger ist eine weitere Erholung der Milcherzeugerpreise auch in den kommenden Monaten dringend notwendig, so der Deutsche Bauernverband (DBV).

Nach Aussage des DBV hat sich die Inlandsnachfrage nach Milchprodukten erfreulich stabil bis positiv entwickelt. Insbesondere die Absätze im Frischmilchsektor hätten in den Monaten Juni und Juli 2010 deutliche Impulse erhalten.

Deutliche mehr Nachfrage nach Konsummilch

So konnte aus den Daten der AMI-Analyse auf Basis des GfK-Haushaltspanels ein deutliches Plus in den Segmenten Konsummilch, Milchgetränke und Joghurt in Höhe von bis zu 15 Prozent verzeichnet werden. Dies zeigt, dass unter entsprechenden Rahmenbedingungen (heiße sommerliche Witterung) die private Nachfrage auch bei höheren Preisen für den Verbraucher durchaus Impulse erhalten kann. Allerdings gilt diese Tendenz nicht generell.

Rückgang der Butternachfrage

So hat es bei Butter ein Minus im Verbrauch gegeben. Gleiches trifft allerdings auch bei den pflanzlichen Fetten zu, deren Nachfrage in den ersten sieben Monaten des Jahres ebenfalls gesunken ist. Die Märkte für Käse haben in den vergangenen Monaten deutlich angezogen. Lagen die Käsepreise an der Börse in Hannover Anfang 2010 noch unter 2,70 Euro je Kilogramm, sind sie in der Zwischenzeit auf rund 3,10 Euro je Kilogramm gestiegen. Auch der Markt für Milchpulver hat in den ersten sechs Monaten deutlich angezogen. So werden aktuell rund 2.300 Euro, rund 300 Euro mehr als zu Jahresbeginn, bezahlt. Es ist wahrscheinlich, dass die Pulvermärkte ihr saisonales Hoch mit etwa 2.500 Euro je Tonne in diesem Jahr schon gesehen haben.

Exporte sorgten für positive Entwicklung

Im Verlauf der Monate haben sich die deutschen beziehungsweise die europäischen Preise wechselkursbereinigt den Weltmarktpreisen angenähert oder diese gar übertroffen. Dadurch waren die deutschen Exporte in Drittländer und in die Europäische Union ein weiteres Element für die positive Entwicklung, wobei die ausgeführten Mengen in den ersten fünf Monaten 2010 elf Prozent über dem Vorjahreswert lagen. Auch die Werte der ausgeführten Produkte für Milch, Milcherzeugnisse sowie Käse lagen mit zwölf Prozent deutlich über dem Vorjahreswert. Als Sonderfall ist die Preissteigerung bei Butter zu bewerten. Hier konnte durch die deutlich höheren Butterpreise im Export ein Plus von mehr als 60 Prozent bezogen auf den Vorjahreswert erzielt werden.

Ausfuhren ohne Exporterstattungen

Alle diese Ausfuhren von Januar bis Mai 2010 wurden ohne jegliche Exporterstattungen getätigt. Vorwürfe, die EU würde mit ihren Exporten Märkte in Entwicklungs- oder Schwellenländern belasten, sind daher haltlos, so der DBV. Auch für die kommenden Monate deutet sich eine stabile Entwicklung auf dem Milchmarkt an, darauf weisen die Basisdaten sowohl im Binnenmarkt als auch im Export hin. Weltmarktseitig gilt es aber die doch höheren Anlieferungen zu beachten, die eine zu expansive Produktion einschränken sollte. (DBV)

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