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Milchproduktion

Erlöse in den Niederlanden und Deutschland steigen

von , am
07.12.2009

Berlin - Die Milcherzeugerpreise wichtiger europäischer Molkereien haben sich im Oktober im Durchschnitt nur leicht erhöht. An Frankreich geht der Milchpreisaufschwung vorbei.

© agrarfoto.com

Der vom niederländischen Bauernverband (LTO) auf Basis der Auszahlungspreise von 15 großen Molkereien ermittelte Erlös nord- und mitteleuropäischer Milcherzeuger stieg gegenüber dem Vormonat um 0,32 Cent auf 27,06 Cent/kg.

Berechnungsgrundlage sind ein Fettgehalt von 4,2 Prozent und ein Eiweißanteil von 3,4 Prozent, so dass der Preis um bis zu zwei Cent/kg höher liegt als bei einem Fettgehalt von 3,7 Prozent.

Wettbewerbsbehörden kritisieren französische Preisabsprachen

Dass die Preise nicht stärker stiegen, war auf massive Abschläge in Frankreich zurückzuführen, wo der Preisverfall Anfang dieses Jahres erst mit starker Verzögerung eingesetzt hatte. Zur Jahresmitte hatten sich dort dann Landwirte und Molkereien auf einen Mindestpreis von 26,20 Cent/l bis 28 Cent/l verständigt, den die Wettbewerbsbehörden vor kurzem scharf kritisierten.

Bei Europas größtem Milchverarbeiter, der Molkerei Lactalis, wurde der Auszahlungspreis im Oktober im Vergleich zum Vormonat nun um mehr als drei Cent auf 27,18 Cent/kg zurückgenommen. Bei Sodiaal fiel der Preis sogar um mehr als fünf Cent auf 27,13 Cent. Im engeren Rahmen bewegten sich die Abschläge bei Danone, wo 29,24 Cent gezahlt wurden, das waren rund zwei Cent weniger als im Vormonat.

Danone vor Briten an der Spitze

Damit lag der Konzern Danone im LTO-Vergleich an der europäischen Spitze, von einem finnischen Ausreißer einmal abgesehen. Dahinter folgte die britische Molkerei Dairy Crest mit einem Auszahlungspreis von 28,45 Cent/kg, gefolgt von der belgischen Milcobel mit 27,98 Cent/kg. Bei den drei von LTO erfassten deutschen Molkereien lag Müller mit einem Preisaufschlag gegenüber September von rund 1,5 Cent auf 25,12 Cent/kg vorn. Nordmilch und Humana, die bekanntlich im Vertrieb fusioniert sind, zahlten identisch jeweils 24,86 Cent/kg und hoben die Preise im Vergleich zum Vormonat damit um rund zwei Cent beziehungsweise um etwa ein Cent an.

Nicht mithalten konnten die deutschen Molkereien aber mit dem niederländischen Nachbarn FrieslandCampina, dessen Landwirte 28,58 Cent pro Kilogramm erlöste, das waren knapp zwei Cent mehr als im September.

Iren sehen Preis bei über 30 Cent

Schlusslichter im LTO-Milchpreisvergleich sind weiterhin Irlands Molkereien mit Auszahlungspreisen von jeweils knapp 24 Cent/kg im Oktober. Der irische Bauernverband (IFA) forderte angesichts dieser Lage vergangene Woche weitere Preiserhöhungen ein. Auf dem britischen Markt - dort sind die Iren stark als Lieferanten präsent - werde für milden Cheddar mittlerweile ein Preis von über 2.600 £/t (2.852 Euro) erzielt, für älteren Cheddar seien es mehr als 2.900 £ (3.181 Euro). Umgerechnet auf den Milchauszahlungspreis und bei Berücksichtigung des aktuellen Wechselkurses entspreche dies rund 33 Cent/l, betonte der Vorsitzende des IFA-Milchausschusses, Richard Kennedy.

Landwirte brauchen im Schnitt noch vier Cent mehr

Auf den EU-Warenmärkten seien die Notierungen auch für alle anderen wichtigen Milchprodukte weiter gestiegen und die Preise hätten ein Niveau erreicht, das einem Auszahlungspreis von mehr als 30 Cent entspreche. Bei dem im Oktober gezahlten Preis seien die Landwirte noch mehr als vier Cent/l von der schwarzen Null entfernt. (AgE)

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