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Lebensmitteleinzelhandel

Erster Discounter senkt Butterpreis um 14 Cent je 250 g-Packung

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Redaktion agrarheute, agrarheute
am
02.03.2016

Die Preisverhandlungen zwischen Molkereien und Lebensmitteleinzelhandel stehen an. Erste Kontrakte sind nun beschlossen, die Richtung ist ernüchternd.

"Die 250 g-Packung deutsche Markenbutter kaufen alle Norma-Kunden ab sofort für nur noch 0,75 Euro (gesenkt von 0,89 EUR)". So steht es in einer Pressemeldung des Discounters Norma vom Montag. Damit geht der Einkaufspreis pro Kilogramm Butter um rund 56 Cent/kg oder 16 Prozent zurück. Als einen der Gründe für die drastische Senkung in den unterschiedlichen Segmenten führt Norma "neue Spielräume an den internationalen Einkaufsmärkten" an.

Laut Josef Koch, Marktexperte beim dlz agrarmagazin, blieben die Butterpreise in den vergangenen vier Monaten im LEH stabil, da die Molkereien im Oktober Lieferkontrakte über vier Monate abschließen konnten. Somit konnten die Molkereien für die abgepackte Butter noch bessere Erlöse erzielen, während die Preise für Blockbutter in dieser Zeit gefallen sind. Da der Käsemarkt unter Druck steht, erwarten Marktexperten auch sinkende Verbraucherpreise für Käse.

Frankreich: LEH zeigt sich solidarisch mit Landwirten

Mit diesen ersten Preissignalen bewegt sich der deutsche LEH in eine andere Richtung als die französischen Nachbarn. Dort hatte sich unter anderem jüngst die französische Ladenkette Système U verpflichtet, Konsummilch zu einem Preis einzukaufen, der den Landwirten einen Milchpreis von 34 Cent sichert.

Auch der Konkurrent E. Leclerc zeigte sich mit den französischen Landwirten solidarisch und sagte zu, den Milchpreis auf dem Niveau von 2015 zu belassen. Gestern dann kündigte Lidl France nach Medienberichten an, künftig von jedem verkauften Liter Milch seiner Eigenmarke "Enviva" 3 Cent in einen Fonds einzahlen, mit dem die französischen Milchviehhalter unterstützt werden sollen.

Deutschland: Preisverhandlungen mindestens zweimal im Jahr

In Deutschland treffen sich mindestens zweimal im Jahr Einzelhandelsunternehmen und Molkereien, um die Preise für die gelieferten Milchprodukte festzulegen. Diese werden dann über einen gewissen Zeitraum gezahlt, je nach Marktlage zwischen vier Wochen und sechs Monaten.

Der Handel schreibt bestimmte Produkte und eine bestimmte Menge aus, für die Molkereien Preisangebote einreichen und untereinander in Konkurrenz treten, laut Milchindustrie-Verband (MIV) zunehmend auch auf internationaler Ebene. Basierend auf diesen Angeboten verhandeln beide Parteien und schließen vertrauliche Abnahmeverträge.

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