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Milchproduktion

ESL-Milch: Verbraucher benötigen Infos

von , am
21.05.2010

Hamburg - Verbraucher können ESL-Milch nicht eindeutig am Geschmack erkennen. Dies geht aus der Projektarbeit im Studiengang "Food Science" an der Hochschule Hamburg hervor.

© kristian-sekulic/Fotolia

Den Auftrag dafür hatte die Landesvereinigung der Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen e. V. erteilt.

Die wesentlichen Ergebnisse sind:

1. Aktzeptanz: Widersprüchliche Aussagen

Die Frage nach der Akzeptanz der länger haltbaren Frischmilch lieferte deutlich widersprüchliche Aussagen. Diese bauen eher auf einer emotionalen als auf einer sachlichen, rationalen Argumentation auf.

2. Verbrauchermeinung weicht von Auszeichnung ab

Für 96 Prozent der Befragten ist Frischmilch "nicht länger als zehn Tage haltbar". Das Meinungsbild der Verbraucher bezüglich der Frische weicht somit von der Auszeichnung auf den Verpackungen ab.

3. Hocherhitzte ESL-Milch geschmacklich zu erkennen

Während die Studienteilnehmer keinen Geschmacksunterschied zwischen mikrofiltrierter ESL-Milch und traditionell hergestellter Frischmilch erkannten, wurde die hocherhitzte ESL-Milch deutlich herausgeschmeckt. Die erkannten Geschmacksunterschiede beziehen sich daher nicht grundsätzlich auf ESL-Milch und traditionell hergestellte Frischmilch sondern sind bedingt durch die unterschiedlichen Herstellungsverfahren bei ESL-Milch.

Verbraucher brauchen mehr Informationen

Im Jahr 2009 legten Politik, Milchindustrie und Einzelhandel in einer gemeinsamen Erklärung fest, dass klassisch hergestellte Konsummilch mit dem Zusatz "traditionell hergestellt" und ESL-Milch mit dem Zusatz "länger haltbar" zu kennzeichnen ist. Die vorliegende Studie bringt zum Ausdruck, dass trotz entsprechender Deklaration und den häufig aufgeführten Zusatzinformationen bezüglich des angewandten Verfahrens zum Haltbarmachen der Milch, noch immer ein ambivalentes Meinungsbild beim Verbraucher zum Thema Frischmilch insgesamt vorherrscht. Es besteht Handlungsbedarf in puncto Verbraucherkommunikation, schließt die Landesvereinigung daraus.

Studie: 200 Verbraucher befragt

An der Forschungsstudie nahmen beinahe 200 Teilnehmer teil. Dabei wurden vier Verbraucherstichproben (drei in NRW, eine in Hamburg) hinsichtlich ihrer Konsumgewohnheiten, ihres Hintergrundwissens und ihrer Meinung über ESL-Milch befragt. Zudem wurden die drei Milchsorten ESL-Milch "mikrofiltriert", ESL-Milch "hocherhitzt" und "traditionell hergestellte" Frischmilch in einer sensorischen Unterschiedsprüfung gegeneinander getestet. Einen weiteren Teil der Projektarbeit machte ein Fokusgruppeninterview aus, in dem einzelne Verbraucher die Frische von Milch beurteilten.(dlz agrarmagazin/jo)

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