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Milchproduktion

EU-Erzeugermilchpreise sanken im August auf 38,50 ct/kg

© Tom Bayer/fotolia
von , am
14.10.2014

Den Haag - Führende Molkereien in der EU zahlten im August ihren Lieferanten im Schnitt 38,50 Cent netto je Kilo (ct/kg) Rohmilch, damit ist der EU-Erzeugermilchpreis leicht gesunken.

Woher kommt sie? Wohin geht sie? Die Kommission ist der Herkunft der Milch auf der Spur. © Mühlhausen/landpixel
Die Erzeugermilchpreise waren in der EU im August 2014 leicht rückläufig. Führende Molkereien in der EU zahlten ihren Lieferanten im Schnitt 38,50 Cent netto je Kilo (ct/kg) Rohmilch, das entspricht gegenüber dem Vormonat einem Minus von 0,19 Cent. Gleichzeitig wurde die Vorjahreslinie - erstmals in diesem Jahr - unterschritten, und zwar um 0,3 Cent oder 0,8 Prozent (%). Dies geht aus der jüngsten Erhebung des niederländischen Bauernverbandes (LTO) hervor.
 
Die EU-Erzeugermilchpreise entwickelten sich innerhalb der EU sehr unterschiedlich und wiesen auch eine große Bandbreite auf. Der Anfang August verhängte russische Importstopp hat sich im Berichtsmonat erwartungsgemäß noch nicht sehr stark ausgewirkt. Der LTO-Durchschnittswert wird bekanntlich auf Basis der Auszahlungsleistungen von 16 großen Milchverarbeitern in Nord- und Mitteleuropa für Standardmilch mit 4,2 % Fett und 3,4 % Eiweiß sowie einer jährlichen Anlieferung von 500.000 kg errechnet.

Große Unterschiede bei der Höhe der Erzeugerpreise in der EU

Die Entwicklung der Erzeugerpreise verlief im August innerhalb der Union sehr unterschiedlich: Während die Milchverarbeiter Glanbia (Irland), Granarolo (Italien) und First Milk (Großbritannien) ihre Auszahlungsleistung um knapp 2 Cent je kg verringerten, senkten Arla (Dänemark), Milcobel (Belgien) und Danone (Frankreich) ihre Preise nur um rund 1 Cent. Umgekehrt hoben die Molkereien Sodiaal (Frankreich), Hameenlinnan (Finnland) und Müller Milch (Deutschland) ihre Erzeugerpreise an. Der österreichische Erzeugermilchpreis blieb im August (auf Basis einer geringeren Anlieferung) mit durchschnittlich 38,83 Cent netto je kg stabil und lag damit knapp über dem EU-Niveau.
 
Auch bei der Höhe der Auszahlungspreise sind die Unterschiede zwischen den Ländern beziehungsweise Molkereien sehr groß: Der beste in dieser Erhebung ermittelte Preis wurde vom finnischen Unternehmen Hameenlinnan mit 46,35 Cent gezahlt. Am unteren Tabellenende rangierte diesmal die irische Molkerei Glanbia, die ihren Erzeugerpreis um 2 Cent auf 32,98 Cent senkte. Der Unterschied zwischen der höchsten und der niedrigsten Auszahlungsleistung betrug im August mehr als 13 Cent.

Starker Rückgang des Erzeugerpreises in Neuseeland

In den Vereinigten Staaten und in Neuseeland wurde im August ein gegenläufiger Trend beobachtet: Während in den USA die Farmer von einem weiteren Anstieg der Erzeugerpreise auf durchschnittlich 41,54 Cent profitierten, kam es in Neuseeland zu einem deutlichen Rückgang auf 26,97 Cent. Das marktführende Unternehmen Fonterra hat seinen Lieferanten im abgelaufenen Milchjahr 2013/14 noch einen rekordverdächtigen Preis von rund 40 Cent je kg Standardmilch (inklusive einer Dividende von 10 Cent) bezahlt. Im laufenden Milchjahr soll die Auszahlung allerdings auf umgerechnet 27 Cent verringert werden, was einem Minus von 34% entspricht.
 
Die weitere Preisentwicklung am Weltmilchmarkt dürfte auch vom russischen Embargo beeinflusst werden. Ein negativer Trend zeichnete sich Anfang Oktober bei der jüngsten Auktion an der internationalen Handelsbörse Global Dairy Trade (GDT) ab, weil die Notierungen der dort gehandelten Molkereiprodukte spürbar nachgaben. Der Gesamtpreisindex verringerte sich gegenüber der vorangegangenen Auktion um 7,3%. Stark rückläufig waren die Kurse für Buttermilchpulver (-11,3%) und Vollmilchpulver (-10%), aber auch bei Butter (-6,6%) und Cheddar-Käse (-1,2%) wurde ein Minus verzeichnet.
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