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Milchproduktion

EU-Kommission zeigt sich bei Superabgabe kompromisslos

© agrar-press
von , am
14.02.2014

Brüssel - Vertreter nationaler Bauernverbände diskutierten in Brüssel über die Reduzierung der Superabgabe. Die EU-Kommission hält an ihrer Position fest.

Die EU-Kommission verklagt Deutschland wegen Versäumnisse beim Naturschutz. © Mühlhausen/landpixel
Eine Delegation nationaler Bauernverbände hat jetzt in einem Gespräch mit Vertretern der EU-Kommission erneut die Verringerung der Superabgabe bei Überschreitung der Milchquoten gefordert und detailliert begründet. Doch zeigte sich die Kommission weiterhin kompromisslos. "Eine Reduzierung der Zusatzabgabe, zum Beispiel durch eine Anpassung der Fettkorrekturfaktoren, wird von Brüssel nicht unterstützt. Die Kommission widerspricht damit eindeutig ihrem eigenen politischen Ziel einer 'sanften Landung' beim Auslaufen der Milchquote", berichtete der Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Udo Folgart, im Anschluss an das Gespräch. Die derzeit steigenden Quotenpreise in vielen EU-Mitgliedstaaten würden deutlich machen, dass im April 2015 eher mit einer "harten Landung" zu rechnen sei, wenn jetzt keine Anpassung an die endlich erfreulicheren Marktverhältnisse erfolge, so Folgart.

Folgart: Superabgabe bremst Investitionen

Die Vertreter der Bauernverbände unterstrichen die notwendige Änderung der Haltung der EU-Kommission. "Allein auf die deutschen Milcherzeuger kommen für das Quotenjahr 2013/14 Zahlungen in zweistelliger Millionenhöhe zu. Gerade die Junglandwirte würden durch diese Abgabe von weiteren Investitionen in die Milcherzeugung abgehalten. In Zeiten schwerer wirtschaftlicher Probleme in einzelnen europäischen Ländern sollten die europäischen Institutionen mittelständisches Unternehmertum unterstützen", betonte Folgart.
 
Der DBV werde gemeinsam mit den Bauern- und Genossenschaftsverbänden aus zehn EU-Mitgliedstaaten die Forderung nach einer Verringerung der Superabgabe aufrechterhalten, kündigte der DBV-Vizepräsident an. Beim kommenden EU-Agrarrat am 17. Februar seien aber auch die nationalen Landwirtschaftsminister gefordert, die EU-Kommission entsprechend ihren eigenen Zielsetzungen umzustimmen.

BDM für Flexibilisierung der Milchquote

Nach Sicht des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter BDM zeige die momentane Milchmarktsituation mit boomender Nachfrage auf den internationalen Märkten, wie notwendig eine Flexibilisierung der starren Milchquotenregelung wäre. "Mit einer flexiblen, marktangepassten Handhabung der bestehenden Milchquote hätten die Milchviehhalter vom Boom auf den internationalen Märkten noch besser partizipieren können als es in den letzten Monaten der Fall war - ohne gleichzeitig ein für die Marktdisziplin wichtiges Instrument wie die Superabgabe aufgeben zu müssen", erklärt der BDM-Vorsitzende Romuald Schaber, angesichts der aktuellen Diskussion um die Abschaffung der Superabgabe sowie des Fettkorrekturfaktors.
BDM-Vorsitzender Romuald Schaber fordert die EU-Kommission sowie den EU-Agrarrat auf, eine Erhöhung der Milchquoten für das letzte Quotenjahr eingehend zu prüfen. Grundlage für jedwede Entscheidung müssten verlässliche und belastbare Milchmarktprognosen sein. Dabei sei besonders zu beachten, dass die Milchproduktion aktuell weltweit steigt.
 
 
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