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Milchproduktion

EU-Milch: Gute Marktlage, Preise sehr unterschiedlich

© Tom Bayer/fotolia
von , am
12.02.2014

Den Haag - Die Differenz zwischen dem höchsten und dem niedrigsten ausgezahlten Preis in 2013 lag im Schnitt bei fast 10 Cent. Am meisten zahlte ein italienischer Milchverarbeiter mit 44,11 Cent je Kilogramm.

© Almotti/pixelio
Gegenüber dem Vormonat November, wo mit 40,55 Cent je Kilogramm (kg) der Höchststand erreicht worden war, kam es im Dezember zu einem leichten Rückgang bei den Erzeugerpreisen der EU um 0,7 Cent auf durchschnittlich 39,89 Cent je Kilogramm Milch. Dennoch wurde das Vorjahresniveau um 17 Prozent übertroffen. Dies geht aus der jüngsten Preisstatistik des niederländischen Bauernverbandes (LTO) hervor.
 
 

Sehr große Preisunterschiede innerhalb der Union

Die Erhebungen der LTO für Dezember 2013 zeigen weiter, dass nach wie vor sehr große Unterschiede bei den Auszahlungspreisen innerhalb der EU bestehen: Die Differenz zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Preis in diesem Vergleich liegt bei fast 10 Cent. Den besten in diesem Vergleich enthaltenen Erzeugerpreis zahlte der italienische Milchverarbeiter Granarolo mit 44,11 Cent, gefolgt von der finnischen Molkerei Hämeenlinnan mit 43,24 Cent und dem niederländischen Unternehmen DOC Kaas mit 42,80 Cent.
 
Mit der geringsten Auszahlungsleistung scheint in der Tabelle überraschenderweise das französische Molkereiunternehmen Sodiaal mit 34,60 Cent auf. Auch zwei weitere Verarbeiter aus diesem Land, nämlich Lactalis (36,67 Cent) und Danone (36,86 Cent) fielen mit niedrigen Erzeugererlösen auf. In Deutschland zahlten marktführende Unternehmen wie Müller Milch und Nordmilch zwischen 40 und 41 Cent.
 

"Rekordverdächtige Überlieferung"

Aus der Marktanalyse der LTO geht hervor, dass die gestiegenen Erzeugerpreise in großen Milchproduzentenländern der EU zu einer spürbar höheren Anlieferung geführt haben. So übernahmen etwa in den Niederlanden die Molkereien im abgelaufenen Kalenderjahr 12,2 Millionen Tonnen Rohmilch (+4,9 Prozent), das war die höchste Menge seit 1985.
 
Die deutschen Milcherzeuger dürften im Zeitraum April bis Dezember 2013 laut vorläufigen Zahlen um 2,7 Prozent mehr Milch angedient haben als im Vorjahreszeitraum. Damit zeichnet sich in der BRD für das laufende Quotenjahr eine rekordverdächtige Überlieferung ab. Das höhere Rohmilchaufkommen dürfte laut LTO vorläufig zu keinen Problemen am europäischen Milchmarkt führen.

Gute Marktlage hält vorläufig an

Die globale Nachfrage nach Molkereiprodukten bleibe weiterhin hoch und die Lagerstände seien niedrig, wird betont. Gegenüber dem Vorjahr seien die Preise für Käse und Milchpulver im Schnitt um 20 bis 25 Prozent höher. Der Buttermarkt habe in den vergangenen Wochen zwar geschwächelt, aber die Notierungen blieben dennoch um 10 Prozent über dem Vorjahresniveau. Ein spürbarer Preisdruck sei - bei anhaltend expansivem Lieferverhalten - erst dann zu erwarten, wenn der saisonale Produktionshöhepunkt auf der nördlichen Hemisphäre erreicht ist, also Ende des ersten Quartals von 2014, so die Experten.
Der LTO-Durchschnittswert wird auf Basis der Auszahlungsleistungen von 16 großen Milchverarbeitern in Nord- und Mitteleuropa für Standardmilch mit 4,2 Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweiß sowie einer Anlieferung von 500.000 kg pro Jahr errechnet.

Marktreport: Gründe für das gute Milchjahr 2013

 
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