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Milchproduktion

EU-Milchmarkt weiter in guter Verfassung

von , am
24.01.2012

Am EU-Binnenmarkt behaupten sich sowohl die Rohmilchpreise als auch die Großhandelspreise für
Milchprodukte auf hohem Niveau.

In Bayern © Konstantin Fedorov
Dies lassen die Mitte Januar 2012 veröffentlichten Daten der EU- Kommission zur Entwicklung am EU-Milchmarkt erkennen. Die von der Kommission wöchentlich erfassten Großhandelspreise für die wichtigsten Milchprodukte zeigten sich auch Mitte Januar ausgesprochen stabil. Lediglich bei Butter war zuletzt eine leichte Preiseschwäche festzustellen.
 
Allerdings waren die Butterpreise im letzten Jahr mit am stärksten gestiegen. Die Rohmilchpreise sind in der EU im November nochmals leicht auf 35,2 Ct/kg gestiegen. In Deutschland lag das von der Kommission für November ausgewiesene Niveau mit 36,89 Ct/kg ebenfalls nochmals leicht höher.

Rund 2,2 Prozent mehr Milch angeliefert

Die Milchanlieferungsmenge für die ersten 11 Monate des Jahres 2011 war mit 127,2 Millionen Tonnen knapp 2,2 Prozent höher als ein Jahr zuvor. In Deutschland lieferten die Milchbauern mit 26,93 Millionen Tonnen rund 2,4 Prozent Milch mehr ab als in den ersten 11 Monaten des Jahres 2010. Allerdings war die Produktionsexpansion in einigen EU-Ländern noch weitaus größer als in Deutschland. So erzeugten die französischen Milchbauern rund 6,5 Prozent mehr Milch als im letzten Jahr, in Irland betrug das Produktionswachstum 4,8 Prozent, in Österreich 4,3 Prozent, in Polen 2,8 Prozent und im Vereinigten Königreich 1,6 Prozent. Etwa ebenso viel Milch wie im letzten Jahr erzeugten die Landwirte in den Niederlanden (-0,2 Prozent). Dagegen schrumpfte die Milcherzeugung in Dänemark (-1,1 Prozent), in Italien (-1,4 Prozent) und in Rumänien (- zwei Prozent).

Mehrproduktion ging in die Milchpulverherstellung

Der Zuwachs bei der Rohmilcherzeugung floss vor allem in die Produktion Magermilchpulver. Hier nahm die europäische Produktion in den ersten 11 Monaten um 12,7 Prozent zu. Die Herstellung von Butter erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 2,1 Prozent und auch Sahne wurde 1,7 Prozent mehr produziert. Dagegen stellten die EU-Länder etwa drei Prozent weniger Vollmilchpulver her, während die Produktion von Käse, Sauermilchprodukten sowie Trinkmilch fast stabil blieb.
 
Auch die deutschen Molkereien produzierten 2011 deutlich mehr Magermilchpulver (+ 15,8 Prozent). Zugenommen hat aber auch die Herstellung von Vollmilchpulver (11,8 Prozent) und Butter (5,5 Prozent).Die Produktion von Käse (1,2 Prozent) wurde ebenfalls noch leicht ausgebaut, ebenso die Herstellung von Sauermilchprodukten. Dafür haben die deutschen Molkereien die Erzeugung von Sahne und Milchkonzentraten gedrosselt, während die Produktion von Trinkmilch stabil blieb.

Magermilchpulver am Weltmarkt gefragt

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Im Drittlandsexport setzt sich der Trend der letzten Wochen fort. Die Ausfuhr Magermilchpulver lag für die Zeit von Januar bis November 2011 mit 474.000 Tonnen rund 37 Prozent über dem Vorjahreswert. Auch der Export von Kasein (+ 33 Prozent) und Laktose (+ 13 Prozent) übertraf die Werte des Vorjahres deutlich. Beim Export von Käse erreichte die EU mit 624.000 Tonnen in etwa den Vorjahreswert, während die Ausfuhr von Butter (- 25 Prozent) und Vollmilchpulver (-12 Prozent) stark zurückging. Deutschland hat seine Position als größter Käseexporteur der EU zwar ohne Probleme behauptet, jedoch ging die deutsche Drittlandsausfuhr um rund 13 Prozent auf 120.000 Tonnen zurück. Dagegen exportierten Niederländer, Dänen, Franzosen und Briten mehr Käse in Drittländer als vor einem Jahr. Deutschland hat hingegen seine Ausfuhr von Magermilch auf 94.000 Tonnen fast verdoppelt und ebenso den Export von Molkepulver, Laktose und Kasein kräftig ausgebaut. Dagegen nahm der deutsche Drittlandsexport von Butter beinahe um die Hälfte ab.
 
 
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