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Milchproduktion

EU-Milchmarkt: Produktion deutlich gewachsen

von , am
29.02.2012

In der EU hat die Milchproduktion 2011 um knapp 2,1 Prozent zugenommen. Verantwortlich für die starke Produktionsdynamik waren die hohen Preise sowie die robuste Nachfrage der internationalen Märkte.

Von Januar bis Juni wurden in der Schweiz 1.739.572 Tonnen Milch vermarktet. © Mühlhausen/landpixel
Stärker als im Durchschnitt der EU expandierte die Milchproduktion unter anderem in Frankreich (5,5 Prozent), Polen (3,4 Prozent), Irland (3,9 Prozent) und in Österreich ( 4,4 Prozent). Deutschland lag mit einem Produktionszuwachs von 2,4 Prozent (%) nur wenig über dem EU-Durchschnitt und das Vereinigte Königreich mit einer Mehrproduktion von 1,6 % etwas darunter. Von den großen europäischen Milcherzeugerländern schrumpfte die Produktion lediglich in Italien (-1,4 %) und Dänemark (- 0,6 %), während die niederländischen Milchbauern in etwa so viel Milch erzeugten wie ein Jahr zuvor.

Großer Einfluss vom Weltmarkt

Die europäische Mehrproduktion an Rohmilch wurde vor allem für die Herstellung von Magermilchpulver und damit für den Export verwendet. Hier nahm die Produktionsmenge 2011 um 12,6 Prozent zu. An dieser Stelle wird auch deutlich, wie sehr die weitere Entwicklung am europäischen Binnenmarkt von der Entwicklung am Weltmarkt abhängt. Allerdings gilt diese Abhängigkeit für alle exportorientierten Länder.
 
Im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 % zugenommen hat in der EU zudem die Herstellung von Butter und auch Sahne wurde 0,9 % mehr produziert. Gleichzeitig reduzierten die EU-Länder die Produktion von Vollmilchpulver um 3,8 %, während die Herstellung von Käse (0,3 %), Sauermilchprodukten (0,2 %) sowie Trinkmilch (0,2 %) fast stabil blieb.

Magermilchpulver für den Export

Deutsche Molkereien produzierten 2011 ebenfalls deutlich mehr Magermilchpulver (+ 16,6 %) und konnten damit im erheblichen Umfang von den Absatzmöglichkeiten an den internationalen Märkten profitieren.
 
Kräftig zugenommen hat in Deutschland zudem die Herstellung von Vollmilchpulver (11,3 %) sowie von Butter (5,5 %). Ausgebaut wurde auch Produktion von Käse (1,2 %) und die Herstellung von Sauermilchprodukten (1 %). Dafür haben die deutschen Molkereien die Erzeugung von Sahne (-1,6 %) und Milchkonzentraten (-1,9 %) sowie von Trinkmilch (-0, 7%) etwas gedrosselt.

Deutschland verliert beim Käseexport

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Die deutschen Ausfuhren von Magermilchpulver in Drittländer wurden 2011 auf rund 104.000 Tonnen verdoppelt. Damit ist Deutschland (nach Belgien) und vor Frankreich der zweitgrößte Exporteur von Magermilchpulver in der EU. Die deutsche Ausfuhr von Käse in Drittländer ist im letzten Jahr hingegen um etwa zwölf Prozent auf knapp 130.000 Tonnen zurückgegangen. Damit bleiben die deutschen Molkereien zwar weiter der größte Drittlandsexporteur von Käse unter den EU-Ländern, aber direkte Wettbewerber wie die
  • Niederlande (+ 5 %),
  • Frankreich (+ 7 %) oder
  • Dänemark (+ 12 %)
konnten ihre Käseexporte in Drittländer ausbauen.
 
Zugenommen haben die deutschen Ausfuhren hingegen bei Laktose, Kasein sowie bei Molkepulver. Einen besonders kräftigen Exportrückgang verzeichnen die Deutschen indessen (trotz einer größeren Produktion) bei Butter. Hier schrumpften die Drittlandsaufuhren um fast die Hälfte auf nur noch 11.800 Tonnen. 
 
 
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