Login
Milchproduktion

EU: Milchpreis sinkt im April um knapp einen Cent

© BoehringerFriedrich_cc-by-sa-2.5_wikimedia
von , am
12.06.2014

Den Haag - Auf 39,09 Cent je kg ist der Erzeugermilchpreis im EU-Schnitt gefallen. Die für Deutschland gelisteten Molkereien Müller Milch (38,40 Cent) und Nordmilch (39,05 Cent) lagen knapp darunter.

Es handelt sich zwar um eine Studie zum Ende der Milchkontingentierung in der Schweiz 2009. Doch Experten sehen Erkenntnisse für den EU-Milchmarkt. © Mühlhausen/landpixel
Nach einem leichten Rückgang im März sind die Erzeugermilchpreise in der EU auch im April 2014 gesunken. Im Schnitt wurden 39,09 Cent netto je Kilogramm (kg) ausbezahlt, das entspricht gegenüber dem Vormonat einem Minus von 0,89 Cent.
 
Dennoch konnte im April das Vorjahresniveau noch um knapp 13 Prozent (%) übertroffen werden. Dies teilt der niederländische Bauernverband (LTO) mit. Der LTO-Durchschnittswert wird auf Basis der Auszahlungsleistungen von 16 großen Milchverarbeitern in Nord- und Mitteleuropa für Standardmilch mit 4,2 % Fett und 3,4 % Eiweiß sowie einer Anlieferung von 500.000 kg pro Jahr errechnet. 

Deutschland knapp unter EU-Niveau

In Deutschland liegen die Unternehmen Müller Milch (38,40 Cent) und Nordmilch (39,05 Cent) weiterhin knapp unter dem EU-Schnitt.
 
Der höchste im LTO-Vergleich enthaltene Erzeugerpreis wurde vom italienischen Milchverarbeiter Granarolo mit 45,81 Cent gezahlt, der zweitbeste von der finnischen Molkerei Hämeenlinnan mit 42,46 Cent.
 
Mit der geringsten Auszahlungsleistung scheinen in der Tabelle die französischen Molkereiunternehmen Lactalis mit 34,87 Cent und Bongrain mit 35,52 Cent auf. Beide Molkereien haben ihre Erzeugerpreise aufgrund "saisonaler Anpassungen" deutlich reduziert.

LTO-Experten rechnen wieder mit stabileren Preisen

Die LTO-Experten gehen davon aus, dass sich der internationale Milchmarkt nach den jüngsten Preisrückgängen langsam wieder zu stabilisieren beginne. Wenn die Milchproduktion nach ihrem saisonalen Höhepunkt wieder rückläufig sei, könnten die Verarbeiter ihre Produktionskapazitäten flexibler handhaben und zur Stabilisierung der Preise beitragen, wird betont. Es gebe Anzeichen dafür, dass sich der zuvor leicht unter Druck geratene Käsemarkt wieder erhole.

Hofreport aus Niedersachsen: Futtermanagement auf dem Milchhof Reyels

Auch interessant