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Aus der Wirtschaft

EU-Rindermarkt: Kleinere Produktion und weniger Absatz

von , am
05.11.2013

Die Preise für Schlachtrinder haben sich in den vergangenen Wochen zwar etwas erholt und die EU-Rinderfleischproduktion ist geschrumpft, für weitere Preissteigerungen scheint der Spielraum jedoch gering.

Die Preise für Rindfleisch sind aktuell deutlich über dem Voprjahresniveau. © Mühlhausen/landpixel
Eine deutliche Preiserholung bei Schlachtrindern lässt bisher auf sich warten. Zwar haben die Notierungen für Jungbullen in den letzten Wochen zugelegt und auch die Schlachtkuhpreise scheinen Ende Oktober einen Boden gefunden zu haben. Dennoch ist der Preisabstand zum Vorjahr relativ groß und dass obwohl die Produktion (Schlachtung) in Deutschland und in Europa drastisch schrumpft. Das passt auf den ersten Blick nicht zusammen.
 
Allerdings ist vor allem der deutsche Markt auf Exporte angewiesen (vor allem in andere EU-Länder), denn die Selbstversorgung liegt nach wie vor bei über 100 Prozent (%). Dabei muss die EU einen kräftigen Einbruch der Exporte in die Türkei und nach Russland hinnehmen. Gleichzeitig sind die Importe gestiegen und der Verbrauch am Binnenmarkt geht ebenfalls spürbar zurück. Damit ist die Luft für weiter steigende Preise derzeit ziemlich dünn. Im langjährigen Vergleich sind die Rinderpreise trotz des kräftigen Rückgangs weiterhin hoch.

EU-Produktion und Verbrauch fast ausgeglichen

© Olaf Zinke
Die EU- Kommission hat im Herbst für 2013 einen Rückgang der europäischen Rindfleisch-Erzeugung von 3,3 % prognostiziert. Gegenüber dem Jahr 2011 bricht die Produktion sogar um mehr als 6 % ein. Gleichzeitig geht jedoch auch der Verbrauch zurück und im Ergebnis deckt sich auf EU-Ebene in diesem Jahr die Verbrauchsmenge (erstmals) mit der Produktion. Für Deutschland trifft dies allerdings nicht zu. Trotz einer ebenfalls deutlich sinkenden Produktion, ist die deutsche Erzeugung 8 bis 10 % höher als der inländische Verbrauch. Vor wenigen Jahren betrug der deutsche Produktionsüberschuss noch mehr als 20 %. Allerdings wirken sich die Absatzprobleme an den Exportmärkten, aber vor allem die schwächere Nachfrage aus anderen EU-Ländern relativ stark auf den deutschen Markt aus. Der weitaus größte Teil der deutschen Ausfuhren geht nicht in Drittländer wie etwa Russland sondern in die Niederlande, nach Frankreich, Italien und Dänemark. Zumindest in Italien und Frankreich ist die Produktion ebenfalls deutlich rückläufig.

Produktion in Deutschland schrumpft deutlich

Für die ersten sieben Monate des laufenden Jahres, weist die aktuelle Schlachtstatistik der EU-Kommission einen Produktionsrückgang (Schlachtung) von 4 % aus. Dabei liegt die deutsche Schlachtmenge sogar 7 % unter dem dem Vorjahreswert, Frankreich erzeugt knapp 5 % weniger Rindfleisch und Italien schlachtet fast 12 % weniger Rinder. Auch in den Niederlanden liegt die Produktionsmenge noch 3 % unter dem Vorjahreswert. Dagegen schlachtet man in Dänemark etwas mehr Rinder als im letzten Jahr.
 
 
Wie hat sich die gesamteuropäische Ausfuhrmenge in Drittländer entwickelt? Welchen Einfluß haben die geringeren Ausfuhren Frankreichs und Polens auf den EU-Binnenmarkt? Wie reagieren die Preise auf Angebot und Nachfrage? - Antworten auf diese Fragen und weitere interessante Informationen zum Thema erfahren Sie im vollständigen Artikel im Marktkompass... 
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