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Haltung und Mast

EU-Rindermarkt: Preise deutlich über Vorjahresniveau

von , am
05.04.2012

Die Preise für Schlachtrinder bleiben in Deutschland und der EU auch in den ersten Monaten des Jahres hoch. Ursache dafür dürfte der Produktionsrückgang in der Europäischen Union sein.

© landpixel
In Deutschland erzielten die Landwirte von Januar bis März für Jungbullen etwa sechs bis acht Prozent höhere Preise als im letzten Jahr und für Schlachtkühe betrug der Preisabstand zum Vorjahr sogar 15 bis 20 Prozent. Die Preise liegen über den bisherigen Prognosen der Kommission, die für 2012 eher von stabilen Kursen ausgegangen war. Bei unseren französischen Nachbarn waren die Preise für männliche Schlachtrinder zehn Prozent höher als 2011 und Kühe kosteten 15 bis 20 Prozent mehr.

Produktionsrückgang treibt die Preise

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Ursache für den Preisanstieg dürfte die deutlich kleinere Produktion in der EU sein. Zwar gab es Ende März hierzu noch keine aktualisierten Daten von der Europäischen Kommission, jedoch waren die EU-Experten in ihrer Marktprognose vom Februar von einem Produktionsrückgang von fast vier Prozent für 2012 ausgegangen.
 
Wegen der steigenden Verbraucherpreise soll allerdings auch der Konsum um gut zwei Prozent schrumpfen. Vor diesem Hintergrund erwartet die Kommission steigende Importe und deutlich rückläufige Exporte. Für das Gesamtjahr 2012 rechnen die EU-Experten mit einem Rückgang der Ausfuhren von fast 30 Prozent. Damit wäre die europäische Handelsbilanz bei Rindfleisch anders als im letzten Jahr negativ. Berücksichtigt man den Lebendexport, wäre die Bilanz jedoch positiv. Immerhin machen die Lebendausfuhren 30 bis 40 Prozent der Gesamtausfuhren aus. Allerdings ist die Lebendausfuhr wegen der russischen Restriktionen (Schmallenberg-Virus) im März ins Stocken geraten.

Deutlich weniger Im- und Exporte

Die für Januar 2012 vorliegenden Außenhandelsdaten bestätigen die Erwartungen der Kommission nur teilweise. Zwar geht der Export Anfang des Jahres sehr deutlich um ein Drittel zurück. Gleichzeitig bleiben jedoch die Einfuhren rund fünf Prozent unter den Werten des Vorjahres.
 
Sicherlich ist es noch zu früh, aus diesen ersten Daten auf das gesamte Jahr 2012 zu schließen, doch die Importware aus Südamerika ist ganz offensichtlich knapper als gedacht. Während nämlich Brasilien, Argentinien und Uruguay weniger Ware nach Europa lieferten, steigen die Zufuhren aus den USA, Australien und Neuseeland an.
 
Beim Export sind die EU-Lieferungen in die beiden wichtigsten Abnehmerländer (Türkei und Russland) im Januar um die Hälfte geschrumpft. Hier spielen neben der knappen Marktversorgung in der EU sicherlich auch die hohen Weltmarktpreise eine Rolle, die die Nachfrage und den Handel dämpfen.
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