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Milchproduktion

EU: Im Schnitt 38,99 Cent je Kilo Milch im Juni

© landpixel
von , am
07.08.2014

Den Haag - Im europaweiten Durchschnitt sind die Erzeugermilchpreise im Juni wieder gestiegen. Den höchsten Preis zahlte mit 45,81 Cent das italienische Unternehmen Granarolo.

Der Milchindustrie-Verband MIV rechnet mit einem durchschnittlichen Erzeugermilchpreis von 30 bis 31 Cent für das Jahr 2015. © icnivad/fotolia.de
Nachdem die Erzeugermilchpreise in der EU im März, April und Mai 2014 rückläufig waren, konnten sie im Juni wieder zulegen. Im Schnitt zahlten führende Molkereien 38,99 Cent netto je Kilogramm (kg) Rohmilch - das entspricht gegenüber dem Vormonat einem Plus von 0,56 Cent. Das Vorjahresniveau (Juni 2013) konnte um rund sechs Prozent übertroffen werden.
 
Das geht aus Zahlen des niederländischen Bauernverbandes (LTO) hervor. Er ermittelt den Durchschnittswert auf Basis der Auszahlungsleistungen von 16 großen Milchverarbeitern in Nord- und Mitteleuropa (Standardmilch mit 4,2 Prozent (%) Fett und 3,4 % Eiweiß, jährliche Anlieferung von 500.000 kg).

Granarolo zahlt mit 45,81 Cent am meisten

Dem Verband zufolge verlief die Preisentwicklung innerhalb der Union sehr unterschiedlich: Während französische, britische und finnische Verarbeiter ihren Lieferanten höhere Erlöse zugestanden, wurden in Belgien und zum Teil auch in Deutschland Rückgänge verzeichnet.
 
Der höchste Preis wurde vom italienischen Unternehmen Granarolo mit 45,81 Cent gezahlt, den geringsten Erlös erzielten die Lieferanten der niederländischen Molkereigenossenschaft DOC Kaas mit 35,38 Cent.

Steigende Rohmilchanlieferungen

Die LTO-Experten stellen in ihrer jüngsten Analyse fest, dass sich der europäische Milchmarkt derzeit in einer "Sommerpause" befindet. Die Rohmilchanlieferungen seien in den ersten fünf Monaten dieses Jahres um 5,3 % gestiegen und befänden sich auch derzeit auf einem hohen Niveau. Wie unser Marktanalyst Dr. Olaf Zinke (Redaktionsleiter Marktkompass) berichten auch die LTO-Experten von einer sinkenden Exportnachfrage, was die Stimmung auf dem Markt getrübt habe.
 
In China würden mittlerweile Lager bei Molkereiprodukten aufgebaut, und in manchen Entwicklungsländern, die bisher als wichtige Abnehmer fungierten, weise der Verbrauch bei Milchgrundprodukten eine rückläufige Tendenz auf, so die LTO. Durch diese Faktoren könne das Marktgleichgewicht gestört werden.
 
Die weitere Entwicklung werde davon abhängen, ob die Anlieferungen auch in der zweiten Jahreshälfte auf dem aktuell hohen Niveau verbleiben und ob sich im Export neue Absatzmöglichkeiten ergeben. Ein Lichtblick sei der Käsemarkt, hier dürfte sich die Preisstabilisierung fortsetzen, heißt es in der Analyse. 

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