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Aus der Wirtschaft

EU-US-Freihandelsabkommen: Bleibt Hormonfleisch tabu?

von , am
10.01.2014

Brüssel - Die EU-Kommission äußerte sich gestern in deutlichen Worten gegenüber den Vorbehalten zum geplanten Transatlantischen Freihandelsabkommen zwischen der EU und der USA.

Die Kuhpreise sinken aufgrund erhöhter Schlachtzahlen. © contrastwerkstatt/Fotolia
Anders als vielfach behauptet werde das Abkommen nicht dazu führen, dass hormonbehandeltes Rindfleisch aus den USA nach Europa importiert wird, meldete die EU-Kommission gestern.
 
Um den Befürchtungen vieler Bürger zu begegnen, bekräftigte die EU-Kommission nochmals, dass die strengen in der EU geltenden Verbraucherschuztregeln nicht zur Disposition stünden. Hormonfleisch sei in der EU verboten. Bestehende Gesetze können nicht durch ein Handelsabkommen gebrochen werden. "EU-Handelskommissar Karel De Gucht hat seit Beginn der Verhandlungen klargemacht, dass das Transatlantische Abkommen nicht dazu führen wird, dass hormonbehandeltes Rindfleisch in der EU zugelassen wird und damit seinen Weg auf europäische Teller findet. Als Leitprinzip unserer Verhandlungen gilt: der Schutz der Gesundheit der Verbraucher wird nicht für Handelsvorteile geopfert werden. Wir haben das in der Vergangenheit nicht getan und werden es auch in Zukunft nicht tun", sagte der Sprecher der Kommissars, John Clancy.

Kommission veröffentlicht Informationsblatt

"Dass es möglich ist, unsere Position beizubehalten und trotzdem ein Handelsabkommen abzuschließen, haben wir vor kurzem in unserem Abkommen mit Kanada gezeigt. Hier wird es nach Inkrafttreten des Abkommens keine Importe von hormonbehandeltem Fleisch geben. Dies wird auch in unserem Abkommen mit den USA nicht der Fall sein", sagte Clancy.
 
In sozialen Netzwerken und auch in dem von der Umweltschutzorganisation BUND veröffentlichten "Fleischatlas 2014" werde vor dem Import gen- und hormonbehandeltem Fleisch, das durch das Freihandelsabkommen den europäischen Markt dominieren könnte, gewarnt. Diese Warnungen basierten jedoch auf Annahmen, die ernstzunehmende Ängste bei den Verbrauchern hervorrufen, allerdings nicht den Fakten entsprechen. Aus diesem Grund habe die Kommission ein Faktenblatt veröffentlicht, das speziell auf die Kampagne der Nichtregierungsorganisation Campact reagiert.
 
 
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