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Aus der Wirtschaft

Europa: Immer weniger Rindfleisch für den Export

von , am
03.01.2013

Der Rindfleischexport der Europäischen Union in Drittländer geht zurück. Allein Deutschland exportierte von Januar bis Oktober 2012 gut 40 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Die Kuhpreise sinken aufgrund erhöhter Schlachtzahlen. © contrastwerkstatt/Fotolia
Die Länder der Europäischen Union exportierten in den ersten zehn Monaten des Jahres 2012 rund ein Fünftel weniger Rindfleisch in Drittländer. Dies ist angesichts des hohen Rindfleischpreises und des immer knapperen Angebots am EU-Binnenmarkt auch nicht verwunderlich.
 
 
 
 
 
 
 
Die deutschen Drittlandsexporte gingen wohl auch wegen der guten Absatzmöglichkeiten innerhalb der EU besonders kräftig zurück. Verschärft wird die angespannte Angebotssituation noch durch die ebenfalls leicht rückläufigen Importe. Die Kommission rechnet für 2013 angesichts der schrumpfenden Produktion mit einem weiteren Rückgang der Exporte und höheren Importen.

Ausfuhr lebender Rinder nimmt zu

Der Rindfleischexport der Europäischen Union ist im Jahr 2012 (Januar bis Oktober) um 19 Prozent (%) auf insgesamt 454.500 Tonnen (t) Produktgewicht zurückgegangen. Die Kommission hatte in ihrer letzten Marktvorschau Ende September sogar noch mit einem etwas stärkeren Rückgang von gut 25 % gerechnet. Insgesamt hat sich die letzte Prognose der EU-Experten jedoch bestätigt. Einem kräftigen Rückgang der EU-Rindfleischausfuhren von etwa 40 %, steht eine Zunahme der Exporte von lebenden Rindern um etwa zehn Prozent gegenüber. Erzielt wird der Zuwachs fast ausschließlich beim Lebendexport in die Türkei. Davon hat ganz besonders Spanien profitiert.

Deutsche Ausfuhr geht um 40 Prozent zurück

Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass © dlv
Deutschland ist für den Zeitraum Januar bis Oktober nach Frankreich (92.000 t) und knapp nach Polen (65.000 t) der drittgrößte Rindfleischexporteur der EU. Im Vergleich zum letzten Jahr sind die deutschen Exporte jedoch um rund 40 % auf 60.000 t Produktgewicht geschrumpft. Dabei ist der Fleischexport mit mehr als 50 % stärker zurückgegangen als die Ausfuhr lebender Rinder mit 35 %. Möglichweise ist der Absatz innerhalb der EU für deutsche Exporteure derzeit attraktiver als der Drittlandsexport. Allerdings sind die französischen und die polnischen Ausfuhren ebenfalls zurückgegangen.
 
Das einzige Land unter den großen Exporteuren mit einer größeren Ausfuhrmenge war 2012 Spanien, dass sein Exporte auf 56.000 t fast verdoppelte. Dabei sind ausschließlich die spanischen Lebendexporte in die Türkei gewachsen.
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