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Milchproduktion

Europa: Milchmarkt in sehr guter Verfassung

© Tom Bayer/fotolia
von , am
25.10.2012

Am EU-Milchmarkt setzt sich die feste Preisentwicklung auf allen Handelsstufen fort. Ende Oktober zeigen nicht nur in Deutschland die zausgehandelten Trinkmilchpreise deutlich nach oben.

Mit Demonstrationen wollen Milcherzeuger auf aktuelle politische Ereignisse reagieren. © ThinMan/Fotolia
Nicht nur in Deutschland steigen die Trinkmilchpreise. Auch auf europäischer Ebene sind die Großhandelspreise im Oktober für alle wichtigen Milchprodukte mindestens stabil oder auch fester. Außerdem ist der seit Juli an den nationalen und internationalen Produktmärkten zu beobachtende feste Preistrend auch bei den Milcherzeugern angekommen. Nimmt man einmal den auf Basis der Rohstoffverwertung von Ife-Institut in Kiel errechneten Rohstoffwert der Milch als Grundlage so kletterte dieser im September auf mehr 34 Cent und ist damit von seinem letzten Tiefpunkt im Mai um 43 Prozent oder 10 Cent nach oben geschossen.

Exportpreise kräftig gestiegen

Diese Entwicklung hat ihren Ausgangspunkt sowohl in den nationalen als auch in den internationalen Produktpreisen. Nimmt man den an der globalen Handelsplattform auf Basis der wichtigsten 8 international gehandelten Milchprodukte gebildet Indikator als Grundlage, so sind Exportpreise dort von Juli bis Oktober um mehr als 20 Prozent gestiegen. Zwar gab es dort zuletzt für einige Produkte auch wieder Abschläge (Käse), doch könnte dies eher saisonale als strukturelle Ursachen haben.
 
In den ozeanischen Ländern erreicht die Produktion von Milch und Milchprodukten derzeit nämlich ihren Saisonalen Höhepunkt und damit auch der von dort ausgehende Angebotsdruck auf die Märkte. Dagegen läuft die Milcherzeugung in Europa und USA auf ihre saisonalen Tierpunkt zu und in beiden Regionen ist das am Markt verfügbare Rohstoffangebot offenbar knapp. Ursachen sind jedoch nicht in erste Linie der saisonale bedingte Produktionsrückgang sondern die extrem Dürre in den USA und Südosteuropa sowie die explodierenden Futterkosten in der intensiven Milchproduktion.

Exportmärkte sehr aufnahmefähig

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Auschlaggebender Faktor für die hohen und zuletzt weiter steigenden Preise am europäischen Binnenmarkt ist aber nicht nur die schrumpfende Produktion sondern auch die sehr robuste Nachfrage vom Weltmarkt. Die Länder der EU haben in ersten 8 Monaten des laufenden Jahres außer bei Butteröl und Vollmilchpulver durchweg deutlich größere Mengen am Weltmarkt abgesetzt als im bereits guten Jahr 2011. So lag die Ausfuhrmenge der EU in den ersten 8 Monaten bei Käse mit 496.000 t rund 13 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Bei Magermilchpulver betrug der Vorsprung bei einer Exportmenge von 394.000 t sogar 22 Prozent und bei Butter 10 Prozent.
 
Deutlich größere Mengen wurden außerdem auch bei verarbeiteten Flüssigmilchprodukten, bei Laktose und Kasein exportiert. Die Ausfuhr von Vollmilchpulver stagnierte wegen der sehr straken Konkurrenz aus Neuseeland auf dem Vorjahresniveau und Butteröl wurden 30 Prozent weniger abgesetzt. Alles in allem ist die Bilanz aber sehr positiv und wesentlich mit für den festen Preistrend in Europa verantwortlich. Deutschland hat insbesondere seinen Exporte bei Käse ( + 16 Prozent) und bei Magermilchpulver ( + 24 Prozent) ausgebaut und ist bei beiden Produkten auch größter Einzelexporteur der EU mit einem Exportanteil von 20 Prozent bzw. 24 Prozent.
 
 

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