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Milchproduktion

Europäische Milchindustrie erwartet 2010 stabileren Milchmarkt

von , am
24.02.2010

Brüssel - Am Milchmarkt sind heuer stabilere Verhältnisse zu erwarten, als in den von extremen Preisschwankungen geprägten Jahren 2007 bis 2009.

© agrarfoto.com

Diese Einschätzung äußert der Europäische Milchindustrieverband (EDA) in einem aktuellen Ausblick. Demnach sind die Ausgangsbedingungen am Milchmarkt derzeit stabiler als 2009. Die Bestände bei Herstellern und Verarbeitern wurden abgebaut. Die Milchproduktion in der Europäischen Union verläuft moderat und die Nachfrage erholt sich etwas. Eine Schlüsselrolle wird dem Export zukommen. Nachdem sich die Käseausfuhren der EU-Mitgliedstaaten in Drittländer 2008 und 2009 schwach entwickelt haben, sieht der EDA für das laufende Jahr Chancen für einen Wiederanstieg der Lieferungen auf den Weltmarkt. Das würde Rohstoff binden und den Binnenmarkt entlasten, sodass die Produktion von Butter und Magermilchpulver zurückgeführt werden kann.

Zu Jahresbeginn lagerten in der EU Interventionsbestände von über 76.000 Tonnen (t) Butter und knapp 260.000 t Magermilchpulver. Davon sind 51.148 t Butter und 65.124 t Magermilchpulver für das EU-Hilfsprogramm für Bedürftige reserviert. Der Verband rechnet damit, dass die Europäische Kommission im Mai mit der Auslagerung der Interventionsbestände beginnt.

Mehr Kühe geschlachtet

Die Hoffnungen des EDA auf einen stabilen Milchmarkt stützen sich auch auf die Entwicklung des Kuhbestandes in den Mitgliedstaaten. Von Januar bis September 2009 stieg die Zahl der Kuhschlachtungen in der Gemeinschaft ohne Rumänien und Bulgarien gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,9 Prozent, obwohl die Schlachttiere nur schlecht bezahlt wurden. In Deutschland, dem EU-weit größten Milcherzeugerland, war die Milchviehherde im November 2009 um 1,4 Prozent kleiner als zwölf Monate zuvor. Die Industrie erwartet daher, dass die Anlieferung des weißen Rohstoffs in diesem Jahr trotz der erneuten Anhebung der EU-Milchquoten zunächst nicht steigen wird. Im Wirtschaftsjahr 2008/09 war die EU-Garantiemenge um insgesamt 4,2 Prozent unterliefert worden. (aiz)

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