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Eutergesundheit

Expertentipp: Eutergesundheit beim Melken beobachten

Melkstand-Melkkarussell
am Dienstag, 29.06.2021 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Die Tierbeobachtung beim Melken ist ein wichtiges Instrument, um die Eutergesundheit gezielt zu verbessern. Alfons Baumeister erklärt, worauf dabei zu achten ist.

"Die Tierbeobachtung beim Melken ist sehr wichtig", sagt Alfons Baumeister, Bau- und produktionstechnischer Berater im Versuchs- und Bildungszentrum Landwirtschaft Haus Düsse. "Sie ist eine der einfachsten und günstigsten Möglichkeiten, die Eutergesundheit zu kontrollieren und in der Konsequenz gezielt zu verbessern. Andere Parameter wie das Erscheinungsbild des Tiers oder auch der Gang lassen sich beim Treiben zwar beobachten, stehen aber bei der Tierbeobachtung während des Melkens eher an zweiter Stelle.

Je nach Melkstandard lassen sich viele Parameter auch nicht optimal beurteilen. Beispielsweise sieht man in einem Side-by-Side-Melkstand die Kuh nur von hinten. Hier das ganze Tier zu beurteilen, ist kaum möglich.

Wichtig ist auch, wer das Melken auf einem Betrieb durchführt. Besonders wenn Mitarbeiter melken, sind die Standards des Melkvorgangs unterschiedlich. Hier ist es wichtig, eine einheitliche Melkroutine zu schaffen."

Wo beginnt die Tierbeobachtung beim Melken?

Im Idealfall wird das Tier schon beim Eintreiben in den Melkstand beurteilt. Hier lassen sich Rückschlüsse auf das Gangbild und das allgemeine Verhalten schließen. Im Melkstand liegt der Fokus der Beobachtung auf dem Euter und der Eutergesundheit. Wichtig ist es hier, die Sauberkeit des Euters zu bewerten. Auch kann der Melkende gezielt auf Veränderungen des Euters und der Zitzen reagieren. Das kann dabei helfen, Erkrankungen früh zu erkennen und gezielt zu behandeln.

Dank der gezielten Beobachtung beim Melken kann also die Eutergesundheit verbessert werden?

Ja, langfristig ist das möglich. Die Voraussetzung dafür ist, dass Veränderungen früh erkannt, dokumentiert und anschließend richtig interpretiert werden. Die Dokumentation ist dabei eine besondere Herausfordernung. Vor allem in großen Herden und wenn Mitarbeiter das Melken übernehmen, muss für die Dokumentation eine digitale Lösung gefunden werden. Diese muss über eine App auf dem Smartphone für jeden Mitarbeiter nutzbar sein, damit tierindividuelle Bobachtungen auch entsprechend notiert werden können. Nur so kann gewährleistet werden, dass Informationen auch zuverlässig weitergetragen werden.

Sind beispielsweise Euter stärker als üblich verschmutzt, muss das Signal an die Kollegen, die für die Boxenhygiene zuständig sind, weitergegeben werden, damit dort etwas verbessert werden kann. Eine gute Dokumentation der Tierbeobachtung dient aber nicht nur dem innerbetrieblichen Management, sondern ist auch eine gute Möglichkeit, um sich mit anderen Betrieben in der Region zu vergleichen.

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