Login

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Exportverbot: Kasachstan verbietet die Ausfuhr von Rindern

Rinder im Transporter
am Dienstag, 28.01.2020 - 09:15 (Jetzt kommentieren)

Um die Fleischproduktion im eigenen Land zu steigern, will Kasachstan zukünftig keine Wiederkäuer exportieren. Mehr dazu hier.

Seit Mitte Januar hat das Landwirtschaftsministerium Kasachstans ein vollständiges Verbot für die Ausfuhr von lebenden Rindern und Schafen verhängt. Grund dafür sei das starke Wachstum der Nutztierexporte nach Usbekistan, hieß es in nationalen Presseberichten. Knapp 156.000 Rinder wurden 2019 ins Nachbarland geliefert, was eine Vervierfachung gegenüber dem Vorjahr bedeutete. Dies sei auch ein wesentlicher Faktor für den signifikanten Anstieg der Fleischpreise in Kasachstan, berichteten die Medien.

Die kasachische Regierung strebt mit einem nationalen Programm an, im Zeitraum von 2018 bis 2027 die Zahl der Tiere in Kasachstan innerhalb von zehn Jahren etwa zu verdoppeln, und zwar bei Rindern von 7 Mio. auf 15 Mio. Stück und bei Schafen von 18 Mio. auf 30 Mio. Stück. Dadurch soll die Fleischproduktion beider Tierarten insgesamt von 600.000 t auf 1,1 Mio. t steigen.

Kasachstan fördert Zuchtviehimporte

Um diesen Prozess auch durch den Import von Zuchtvieh zu unterstützen, wurde für die Einfuhr von Färsen eine staatliche Förderung von umgerechnet 536 Euro je Tier gewährt. Vergangenes Jahr wurden mit dieser Subvention rund 58.000 Tiere ins Land geholt. Gleichzeitig wurden laut Agrarressort jedoch fast drei Mal so viele Rinder exportiert und damit die Bemühungen um eine Bestandsaufstockung durchkreuzt. Offiziellen Zahlen zufolge wurden 2019 rund 147.000 Bullen und 8.830 Färsen ins Ausland verkauft. Experten schätzen die tatsächliche Ausfuhr der Färsen jedoch viel höher ein und gehen von Falschdeklarationen aus.

Nach Grenzkontrollen wurde bereits im Oktober 2019 die Ausfuhr von Färsen untersagt, ohne dass sich etwas an den hohen Exporten änderte. Trächtige Färsen werden laut Marktkennern gerne aus Kasachstan importiert, weil sie in wenigen Monaten ein Kalb bringen, das nach der relativ kurzen Mast fast ebenso viel Geld einbringt, wie die Kosten der importierten Färse. Eine ähnliche Situation wird auch bei den Schafen beobachtet. Den Statistiken zufolge wurden 2019 rund 263.000 Tiere ausgeführt, wovon mit 159.000 Stück mehr als die Hälfte Mutterschafe waren.

Mit Material von AgE

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...