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Milchproduktion

Fischgräte: Erfahrungen eines Praktikers

von , am
10.07.2012

Tarmstedt - Melktechniken sollten betriebsindividuell gewählt werden. Wir sprachen mit Milchviehhalter Jan-Kurt Griensmann aus Niedersachsen über seine Erfahrungen mit einem Fischgräten-Melkstand.

Der schlechte Milchpreis beschleunigt den Strukturwandel in Bayern noch. © Mühlhausen/landpixel
Der Fischgräten-Melkstand ist weltweit die am stärksten verbreitete Melkstandform. Jan-Kurt Griensmann aus dem Landkreis Cuxhaven in Niedersachsen hat sich 2009 für einen Fischgräten-Melkstand entschieden. Er melkt 150 Kühe mit 9.200 Kilogramm abgelieferter Milchleistung. Daneben betreibt er noch 45 Hektar Ackerbau. Er bewirtschaftet den Betrieb zusammen mit seiner Mutter und einem Mitarbeiter. Da er seinen Betrieb modernisieren wollte, hat er zusammen mit seinem Melkberater nach einer Lösung gesucht, wie er den Melkablauf optimieren kann. "Bei dem Gespräch hat sich herausgestellt, dass wir um eine neue Melktechnik nicht herumkommen", sagte Jan-Kurt Griensmann. "Um das alte Melkgebäude weiter nutzen zu können, da es größenmäßig auch ausreichend war, haben wir uns nach dem einholen von verschiedenen Angeboten für einen doppel-16er Fischgräten-Melkstand entschieden."

Möglichst einfacher Zu- und Abtrieb wichtig

Die Melkstandform sollte betriebsindividuell gewählt werden, da der Melkstand an vorhandene Abmessungen angepasst werden muss und erweiterbar sein sollte. Bei dem Fischgräten-Melkstand stehen die Tiere in Gruppen entlang der Melkergrube. Es sollte auf einen möglichst einfachen Zu- und Abtrieb der Kühe geachtet werden. "Wäre der Melkstand in einem neuen Gebäude gebaut worden, hätte ich einen Schnellaustrieb mit eingeplant. Der Gruppenaustrieb beziehungsweise Gruppenwechsel würde dann noch schneller gehen. Ansonsten ist die Melktechnik für uns perfekt", erläutert Griensmann. Vor allem die Arbeitseffektivität ist seitdem auf dem Betrieb gestiegen. Vorher wurde mit einem doppel-5er Tandem gemolken. Jetzt kann eine wesentlich größere Gruppe auf einmal gemolken werden. "Zu zweit schaffen wir einen Durchsatz von 100 Kühen in der Stunde", berichtet der Landwirt.

Selektionsmöglichkeit vorteilhaft

"Ein weiterer Vorteil ist, dass sich im Anschluss an den Melkstand eine Selektion befindet und kranke oder zu besamende Tiere nach dem melken automatisch aussortiert werden können. Damit ist der Arbeitskomfort gestiegen, denn auch die Luft ist besser geworden. Darüber hinaus ist der Kuhkomfort gestiegen, durch Rutschhemmende Böden und mehr Kopffreiheit für die Tiere", sagt Griensmann weiter. Die Eingewöhnungsphase war den Umständen entsprechend gut. Die Tiere haben den Melkstand sofort angenommen. "Wir haben einen Umbau-Melkstand gehabt, das heißt wir haben während der Bauphase auf der einen Seite gemolken und die andere wurde umgebaut, selbst das hat die Tiere nicht gestört", sagt Griensmann.
 
 
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