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Milchproduktion

Fonterra geht auf Umwegen an die Börse

von , am
26.10.2012

Auckland - An der Börse in Auckland werden ab 30. November erstmals Papiere der neuseeländischen Molkereigenossenschaft Fonterra gehandelt.

Fonterra verändert seine Produktpalette und und bewegt sich nun weg vom Milchpulver hin zu hochwertigen Zutaten sowie Dienstleistungsangeboten. © Werkbild
Die neuseeländische Molkereigenossenschaft Fonterra hat die Details für ihren geplanten Anteilehandel offengelegt. Voraussichtlich ab dem 30. November werden Fonterra-Papiere erstmals an der Börse in Auckland gehandelt.
Die Grundlage für die Beteiligung Dritter an der Genossenschaft legt ein kompliziertes Fondsmodell. Neuseeländische Landwirte können die Dividenden- und Gewinn-berechtigung ihrer Genossenschaftsanteile ab dem 2. November an einen Fonds abgeben. Das Angebot ist begrenzt auf maximal 25 Prozent der Anteile, die zur Milchanlieferung rechtfertigen, zuzüglich aller "Trockenanteile". Die Erzeuger erhalten das Kapital für diese Anteile, beispielsweise zur Finanzierung von Investitionen. Sie behalten aber ihr Stimmrecht.

Preis noch offen

Der Fonds stellt die Anteile ohne Stimmrecht institutionellen und privaten Anlegern zum Kauf zur Verfügung. Auf diesem Weg will Fonterra Anteile im Wert von 500 Millionen neuseeländischen Dollar (Mio. NZD) oder umgerechnet 317 Mio. Euro an der Börse platzieren. Der Ausgabepreis soll in einer Spanne von 2,92 Euro bis 3,49 Euro oder darüber liegen. Der endgültige Preis wird am Ende der Platzierungsphase (bookbuild) am 27. November feststehen.

Bilanz wird stabilisiert

Falls nicht genügend Landwirte ihre Anteilsscheine an den Fonds übertragen, gibt Fonterra zusätzliche Papiere aus, um das Volumen von 500 Mio. NZD zu erreichen. Auch eine Überzeichnung um bis zu 25 Mio. NZD (15,9 Mio. Euro) ist möglich. Der Börsengang über den treuhänderischen Fonds soll Fonterra von der Pflicht befreien, ausscheidenden Landwirten ihre Geschäftsanteile auszuzahlen. Künftig werden die genossenschaftlichen Inhaber ihre Papiere nämlich über den Fonds untereinander handeln.

Erzeuger fürchten Ausverkauf

Das Modell ist unter den Farmern in Neuseeland umstritten. Einige fürchten, die Kontrolle über ihre Genossenschaft an institutionelle Anleger zu verlieren. Letztlich stimmte die Mehrheit dem mehrfach angepassten Konzept jedoch zu. Unter anderem wurde das Startvolumen des Fonds verringert. Außerdem verbleiben die Stimmrechte bei den Milcherzeugern. Investoren stellt Fonterra für 2013 eine Dividende von 0,20 Euro je Anteil und einen Gewinn vor Zinsen und Steuern von 680 Mio. Euro in Aussicht.
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