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Milchmarkt

Fonterra kürzt das Milchgeld

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Anke Fritz, agrarheute
am
01.02.2016

Der neuseeländische Molkereikonzern Fonterra senkt seine Auszahlungspreisprognose für die laufende Saison 2015/16. Ursache ist das Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage. Der Einkommensverlust für die Farmer wird mit 478 Millionen. Euro beziffert.

Der neuseeländische Molkereikonzern Fonterra stuft die Entwicklung am Weltmilchmarkt weiterhin als schwierig ein und hat deshalb die Prognose für seinen Milcherzeugerpreis deutlich nach unten korrigiert.

Milchpreis: Kürzung bringt Einkommensverlust von 478 Mio Euro

Wie das Unternehmen am vergangenen Donnerstag mitteilte, können die Milchbauern in der bis Ende Mai laufenden Saison 2015/16 nur noch mit einem Basispreis von 4,15 NZ$ (2,48 Euro) pro Kilogramm Milchfeststoff rechnen; im Dezember waren den Erzeugern noch 4,60 NZ$ (2,75 Euro) in Aussicht gestellt worden. Zusammen mit der Vergütung von Genossenschaftsanteilen würde die Auszahlungsleistung bei 4,65 NZ$ (2,78 Euro) liegen und damit dem schwachen Niveau der Vorsaison gleichen.

Laut Schätzungen der Branchenorganisation DairyNZ wird die erwartete Milchpreiskürzung bei den Farmern zu einem Einkommensverlust von 800 Mio NZ$ (478 Mio Euro) führen; ein durchschnittlicher Milcherzeuger dürfte rund 55.000 NZ$ (32.900 Euro) weniger Geld in der Tasche haben.

Milchmarkt: Angebot und Nachfrage finden kein Gleichgewicht

Der Fonterra-Vorsitzende John Wilson begründete die gesenkte Milchpreisprognose mit dem fortgesetzten Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage am Weltmarkt und der dort herrschenden Überversorgung. Der Ölpreisverfall habe den Konsumenten in den Förderstaaten Kaufkraft entzogen, und die unsichere konjunkturelle Entwicklung in den Schwellenländern und China bremse die Importnachfrage.

Preise an der Global Dairy Trade fallen seit September

Seit September seien deshalb die Preise an der internationalen Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) für Vollmilchpulver um 12 Prozent (%) und für Magermilchpulver um 8 % gefallen. Die Niedrigpreisphase werde wohl länger dauern als gedacht, zumal die Erzeuger in der EU ihre Milcherzeugung noch nicht eingeschränkt hätten, so Wilson.

Langfristig erwarte Fonterra aufgrund der zunehmenden Weltbevölkerung und der wachsenden Mittelschicht in Asien und den Schwellenländern jedoch einen höheren globalen Bedarf an Milchprodukten.

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