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Milchproduktion

Fonterra soll mehr Wettbewerb ausgesetzt werden

von , am
27.01.2012

Wellington - Die neuseeländische Regierung will die Molkerei Fonterra zu einer transparenteren Milchpreisfestlegung zwingen.

Fonterra verändert seine Produktpalette und und bewegt sich nun weg vom Milchpulver hin zu hochwertigen Zutaten sowie Dienstleistungsangeboten. © Werkbild
Außerdem soll die den Inlandsmarkt dominierende Genossenschaft mehr Rohmilch an Konkurrenten abgeben müssen. Die Vorschläge der Regierung sind Teil der geplanten Novelle des Gesetzes zur Restrukturierung der Milchwirtschaft (DIRA). Vorgesehen ist, dass Fonterra künftig bis zu fün der jährlich erfassten Rohmilchmenge konkurrierenden Unternehmen zur Verfügung stellen muss. Bisher liegt die Obergrenze bei 600 Millionen Liter Milch oder knapp vier Prozent der Milchmenge.
 
Die Regelung soll ein Mindestmaß an Wettbewerbsfreiheit auf dem neuseeländischen Milchmarkt gewährleisten, der zu 96 Prozent in den Händen der Genossenschaft liegt. Allerdings sollen fünf Prozent Konkurrenzunternehmen, die über eine eigene Milcherfassung verfügen, künftig nur bis zu drei Jahre Anspruch auf Rohmilchlieferungen durch Fonterra haben.

Einführung eines Milchpreismonitorings

Die Regierung plant auch die Einführung eines Milchpreismonitorings. Die nationale Wettbewerbsbehörde soll jährlich berichten, ob die Erzeugerpreise dem Marktgeschehen entsprechen. So soll sichergestellt werden, dass die Landwirte einen Milchpreis erhalten, wie er sich bei einem freien Wettbewerb um den Rohstoff ergeben hätte. Fonterra soll per Gesetz verpflichtet werden, die Kriterien der Preisbestimmung offenzulegen.

Scharfe Kritik an Regierungsplänen

Das Unternehmen kritisierte die Regierungspläne scharf. Fonterra rechnet mit zusätzlichen Kosten von umgerechnet 124 Millionen Euro durch die erweiterte Pflicht zur Rohmilchbereitstellung. Vorstand und Aufsichtsrat warnten, das Gesetz begünstige Milchverarbeiter in ausländischer Hand, die sich preiswert mit neuseeländischer Rohmilch versorgen könnten, die Gewinne aber ins Ausland transferierten.
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