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Aus der Wirtschaft

Fonterra will mehr Milch

von , am
27.02.2013

Auckland - Die Molkerei Fonterra setzt neue Anreize zum Ausbau der neuseeländischen Milcherzeugung. Aktuell bremst Sommertrockenheit jedoch das hohe Wachstumstempo.

Die Sahne war zwar 'nur' für den heimischen Markt bestimmt, doch nach den Vorfällen von 2013 könnte auch das dem angekratzten Image schaden. © steffenw/fotolia
Mit einem Fünf-Punkte-Plan will Fonterra die Milchproduktion in Neuseeland weiter ankurbeln:
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  1. Jedes Mitglied erhält im April für je 40 Anteilsscheine einen kostenlosen Bonusanteil. Damit können 95 Prozent der Lieferanten ihre Wachstumspläne für die kommende Saison umsetzen, ohne zusätzliche Genossenschaftsanteile kaufen zu müssen.

  2. Der so genannte Shareholder Fund wird aufgestockt. An diesen Fonds können Erzeuger ihre Anteilsscheine verkaufen, um Kapital für die weitere Expansion freizusetzen, ohne ihr Lieferrecht zu schmälern.

  3. Ein Dividenden-Reinvestitionsplan stellt es den Erzeugern frei, ihre Dividende in bar oder in Form zusätzlicher Anteile zu erhalten.

  4. Neue "Flexi-Kontrakte" lassen den Milcherzeugern mehr Zeit, ihr angestrebtes Produktionswachstum durch den Kauf entsprechender Anteilsscheine zu decken.
  5. Die Herstellung von H-Milcherzeugnissen wird innerhalb von fünf Jahren verdoppelt. Dazu investiert das Unternehmen umgerechnet 63 Millionen Euro in das Werk Waitoa. Die Ware ist für den chinesischen Markt bestimmt. Die fortlaufende H-Milchverarbeitung bedeutet, dass die teilnehmenden Milchviehhalter entgegen dem in Neuseeland üblichen Saisonrhythmus auch im Winter Rohmilch andienen müssen.
Fonterra-Vorstand Theo Spierings erklärte, von diesen Initiativen profitierten alle genossenschaftlichen Mitglieder. Sie erleichterten den wachstumsorientierten Betrieben das Leben und würden Neueinsteiger ermutigen, der Genossenschaft beizutreten.

Regenfälle bleiben aus

Im laufenden Milchwirtschaftsjahr, das in Neuseeland am 1. Juni 2012 begann, haben die neuseeländischen Milchviehhalter bis einschließlich Dezember 6,6 Prozent mehr Milch angedient als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Verglichen mit 2010/11 steigerten sie das Aufkommen sogar um fast 17 Prozent.
 
Aktuell verliert die Milcherzeugung witterungsbedingt jedoch an Schwung. Vor allem auf der Nordinsel fielen die Sommerregenfälle bisher deutlich unterdurchschnittlich aus. Für das Wirtschaftsjahr 2012/13 erwartet Spierings darum insgesamt nur ein Produktionsplus von 1 Prozent. Der Dachverband der australischen Milchwirtschaft Dairy Australia schätzt die Situation optimistischer ein und beziffert das Plus auf drei bis fünf Prozent.

Steigende Weltmarktpreise erwartet

Den Vorauszahlungspreis für die Saison 2012/13 hält Fonterra - trotz der Erwartung bis Ende Mai weiter steigender Weltmarktpreise - konstant auf 5,50 NZ-Dollar pro kg Milchfeststoff oder umgerechnet rund 29,9 Cent je Liter Milch. Der Niederländer Spierings begründete dies vor allem mit der Stärke des neuseeländischen Dollars gegenüber dem US-Dollar. Die Wechselkursrelation schmälert die Exporterlöse in nationaler Währung.
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