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Haltung und Mast

Forscher sind Schmallenberg-Virus auf der Spur

© Krenn
von , am
27.03.2013

Wissenschaftler können den Schmallenberg-Virus jetzt synthetisch (künstlich) erzeugen. Die Grundsteine für einen funktionierenden Impfstoff wurden gelegt.

Mit homoöpathsichen Mitteln lässt sich bei richtiger Anwendung Antibiotika minimieren. © Mühlhausen/landpixel
Wissenschaftlern ist es nun gelungen, die Entstehung, Entwicklung und das biologische Verhalten des Schmallenberg-Virus zu entschlüsseln. Damit ist der Grundstein für die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Virus gelegt. In anderen Ländern soll es schon jetzt einen funktionierenden Impfstoff geben. Jedoch nimmt das Zulassungsverfahren, das dieser auch in Deutschland verwendet werden kann, noch einige Zeit in Anspruch. In dem Impfstoff soll Gentechnik enthalten sein und diese ist in Deutschland nur unter sehr strengen Auflagen erlaubt. 
 
Das Schmallenberg-Virus kann nun synthetisch erzeugt werden. Die Forscher gehen jetzt davon aus, dass sich das Virus in den Nervenzellen des Gehirns sowie im Rückenmark vermehrt. Hier wurden hohe Konzentrationen des Virusantigens nachgewiesen. In den befallenen Nervenzellen löst sich die Struktur auf, was zu den bekannten Muskel- und Nervenschädigungen führt. Außerdem sorgt das Virus dafür, dass ein Nicht-Strukturprotein die Interferonsynthese der befallenen Zelle verhindert und so den Abwehrmechanismus der Zellen schwächt. So kann sich das Virus besser vermehren. Wie lange der Prozess für einen funktionierenden Impfstoff noch dauert ist derzeit noch nicht absehbar.
 
 

Der Virus breitet sich weiterhin aus

Am 19. März 2013 veröffentlichte das Friedrich-Loeffler-Institut (Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit) einen Bericht mit den neusten Zahlen über die weitere Verbreitung des Schmallenberg Virus. Laut diesem Bericht wurden in Deutschland bisher bei Tieren aus 2.266 Betrieben das Schmallenberg-Virus (SBV) festgestellt. Seit dem 20. November 2012 kamen 300 Betriebe hinzu. Betroffen im Einzelnen sind 1.257 Rinder-, 960 Schaf- und 49 Ziegenhaltungen. Am stärksten getroffen haben es die Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Ebenfalls heißt es aus einem Bericht des FLI, dass abgesehen von Bundesländer auch noch weitere Länder Europas von diesem Virus betroffen sind.
 

Zahlen zum Befall in Deutschland und Europa

Im ersten Quartal 2013 hat sich der Schmallenberg-Virus weiterhin vermehrt. Jedoch lange nicht mehr so intensiv wie zu Beginn. © Friedrich-Loeffler-Institut
Die Fälle traten in folgenden Bundesländern auf: Nordrhein-Westfalen (281 Rinder-, 273 Schaf-, 13 Ziegenhaltungen), Niedersachsen (229 Rinder-, 147 Schaf-, 6 Ziegenhaltungen), Hessen (124 Rinder-, 141 Schaf-, 9 Ziegenhaltungen), Schleswig-Holstein (113 Rinder, 110 Schafhaltungen, 1 Ziegenhaltung), Rheinland-Pfalz (1 Bisonhaltung, 50 Rinder-, 39 Schaf-, 5 Ziegenhaltungen), Baden-Württemberg (56 Rinder, 38 Schaf-, 7 Ziegenhaltungen), Brandenburg (25 Rinder-, 23 Schafhaltungen), Thüringen (32 Rinder-, 53 Schaf-, 2 Ziegenhaltungen), Sachsen-Anhalt (19 Rinder-, 23 Schaf-, 2 Ziegenhaltungen), Hamburg (3 Rinder-, 6 Schafhaltungen), Bayern (296 Rinder-, 44 Schafhaltungen, 1 Ziegenhaltung), Sachsen (12 Rinderhaltung, 44 Schafhaltungen), Mecklenburg-Vorpommern (15 Rinder, 14 Schafhaltungen, 1 Ziegenhaltung), Saarland (1 Rinderhaltung, 4 Schaf-, 2 Ziegenhaltungen) Berlin (1 Schafhaltung)
 
Abgesehen von Deutschland, wurde das Schmallenberg Virus ebenso in Ländern wie den Niederlande, Belgien, Großbritannien, Frankreich, Italien, Luxemburg, Spanien, Dänemark, Estland, Irland, Nordirland, Finnland Norwegen, Schweden, Polen, Österreich und der Schweiz festgestellt.
 

Hier geht es zum Special: Schmallenberg Chronologie

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