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Seuchenausbruch

Frankreich: Heftigster Milzbrandausbruch seit 20 Jahren

Rinder auf der Weide
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Wiebke Herrmann, agrarheute
am
28.08.2018

Im Südosten Frankreichs sind mehrere Nutztiere an Milzbrand gestorben. Dabei sind 28 Betriebe im Département Hautes-Alpes.

Seit Ende Juni sind mehrere Rinder, Schafe und Pferde an Milzbrand erkrankt und der Tierseuche zum Opfer gefallen. Der Ausbruch ist Medienberichten zufolge der heftigste der vergangenen 20 Jahre und betrifft bislang 28 Betriebe im Département Hautes-Alpes.

Am 2. August hatte die Präfektin des Départements, Cécile Bigot-Dekeyzer, eine Impfpflicht für alle Rinder und Schafe in Gemeinden mit bestätigten Milzbrandfällen erlassen. Jedoch gäbe es, verschiedenen Zeitungen zufolge, Probleme mit der Impfstoffversorgung, da der spanische Lieferant kurz vor der Schließung stehe.

Impfkampagne gegen Milzbrand

Nach Angaben des Pariser Agrarressorts werde die Erkrankung regelmäßig in bestimmten Regionen festgestellt. Sie trete aber in der Regel nur sporadisch auf. Üblicherweise variiere die Zahl der Erkrankungen im niedrigen einstelligen Bereich. Allerdings könne eine bestimmte Kombination von klimatischen und geologischen Bedingungen zu einem gehäuften Auftreten führen. Das sei auch bei dem aktuellen Milzbrandausbruch die Ursache gewesen, bestätigt das Agrarresort.

Die betroffenen Herden werden laut Ministerium entweder geimpft oder mit Antibiotika behandelt. Zudem werde in Zusammenarbeit mit den Amtstierärzten eine Impfkampagne organisiert. Die regionalen Behörden seien über die Situation informiert und beobachten die Entwicklung.

Milzbrand - auch Gefahr für Menschen

Milzbrand oder auch Anthrax verläuft oft tödlich. Die Infektionskrankheit befällt nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) vorwiegend pflanzenfressende Tiere. Jedoch können auch Menschen infizieren werden. Die Bezeichnung Milzbrand ergibt sich aus der Beobachtung, dass bei kranken Tieren die Milz häufig wie "verbrannt" aussieht.

Die Erkrankung wird durch das sporen- und toxinbildende Bakterium Bacillus anthracis verursacht. Sie ist weltweit verbreitet und zählt zu den anzeigepflichtigen Tierseuchen und Zoonosen. Milzbrandsporen können im Boden etwa 60 bis 150 Jahre lebensfähig bleiben und so sehr lange Tiere und Futter infizieren. Milzbrand kann zudem durch tierische Rohprodukte ausländischer Herkunft eingeschleppt werden. Insbesondere trockene Häute oder Felle von Ziege, Schaf, Rind und Pferd, und die von diesen Tieren gewonnenen Haare, Wolle oder Schweinsborsten können mit Sporen kontaminiert sein.

Mit Material von www.schweizerbauer.ch

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