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Milchproduktion

FrieslandCampina ist Hoffnungsträger - in Neuseeland

von , am
20.07.2013

Der Einstieg der Molkereigenossenschaft FrieslandCampina in die neuseeländische Milchindustrie hat unter den Erzeugern vor Ort geradezu Begeisterung entfacht.

Die neuseeländische Milchwirtschaft könnte durch den Markteintritt von FrieslandCampina aufgemischt werden, hoffen die dortigen Erzeuger. © Fonterra
Nach Einschätzung von Willy Leferink, des Milchexperten des neuseeländischen Bauernverbandes Federated Farmers (FF), könnte die Beteiligung von 7,5 Prozent durch FrieslandCampina an der neuseeländischen Synlait die Molkereiindustrie des Inselstaates kräftig aufrütteln. Das Volumen des Engagements im Wert von etwa 14,5 Millionen Euro sei zwar überschaubar, habe aber starke Signalwirkung, sagte Leferink. Die neuseeländischen Milchbauern hoffen, dass der Markteintritt der größten europäischen Molkereigenossenschaft dem Lokalmatador Fonterra Beine macht.

Strategischer Brückenkopf

FrieslandCampina wird bei Synlait nur Minderheitsaktionär sein. Nach dem geplanten Gang des Unternehmens an die neuseeländische Börse NZX am 23. Juli wird die chinesische Bright Dairy weiterhin größter Anteilseigner mit voraussichtlich gut 39 Prozent bleiben. Außerdem ist die japanische Mitsui-Gruppe an dem auf Säuglingsnahrung und Milchpulver für industrielle Abnehmer spezialisierten Milchverarbeiter beteiligt.
 
Leferink glaubt, dass Synlait für FrieslandCampina ein strategischer Brückenkopf ist. Die Niederländer steckten jetzt nur "einen Zeh ins Wasser", hätten aber genug Kapital, um jederzeit einen größeren Anteil an Synlait zu erwerben. Das Interesse von FrieslandCampina an neuseeländischer Milch sei offensichtlich. Die "Beute" sei der asiatische Milchmarkt. 

Fonterra muss sich bewegen

Leferink kritisierte, die neuseeländischen Milcherzeuger seien durch die Dominanz von Fonterra gezwungen, ihre Anlieferung innerhalb von drei bis spätestens sechs Jahren durch sehr teure Geschäftsanteile an der Genossenschaft zu decken. Dies müsse sich ändern, verlangte der Milchexperte.
 
Mit FrieslandCampina am Markt, wenn auch nur über eine Beteiligung, müsse sich eine Diskussion über die Reaktion der einheimischen Genossenschaften, allen voran Fonterra, entzünden. Synlait verarbeitet jährlich etwa 550 Millionen Liter Milch. Der Börsengang soll frisches Kapital einbringen, um die Verarbeitungskapazität zu erweitern. Fonterra und FrieslandCampina spielen gemessen am Umsatz in derselben Liga und sind global agierende Molkereikonzerne. 
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