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Aus der Wirtschaft

FrieslandCampina steigert Gewinne

von , am
15.03.2013

Das Molkereiunternehmen FrieslandCampina blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. 26,9 Prozent mehr Gewinn konnte der Milchkonzern im letzten Geschäftsjahr verbuchen.

Friesland Campina steigerte den Gewinn im ersten Halbjahr 2013. © Werkbild
FrieslandCampina steigerte seinen Gewinn 2012 auf 274 Millionen Euro, die Umsatzerlöse stiegen um 7,1 Prozent auf 10.309 Millionen Euro. Wichtigster Grund für die Steigerung ist die Verschiebung der Volumen von Massengütern hin zu Produkten der Wachstumsbereiche Baby- und Kindernahrung, Milchgetränke und Markenkäse. Positiv war das Volumenwachstum von Baby- und Kindernahrung mit 10,2 Prozent und das Wachstum der Milchgetränke außerhalb Europas mit 9,5 Prozent. Dagegen sank die Umsatzmenge von Milchgetränken in Europa und Massengütern.
 
Die Kategorie Markenkäse erzielte aufgrund der Steigerung des Exports ein Volumenwachstum von 4,4 Prozent. Die Volumina von Milchgetränken in Europa und Massengütern sanken. Während die Verkaufspreise der meisten Produkte stiegen, sanken die Verkaufspreise von Butter und Milchpulver um 10,7 Prozent. Dies drückte den durchschnittlichen Verkaufspreis.
 

Auszahlungspreise 2012

Die Mitglied-Milchviehhalter erhalten laut FreislandCampina für die in 2012 gelieferte Erzeugermilch einen Leistungszuschlag von 1,42 Euro  pro 100 Kilo Milch. Dies seien 29,1 Prozent mehr als der Leistungszuschlag 2011 (1,10 Euro pro 100 Kilo Milch). Die Ausgabe von Mitgliederobligationen 2012 beträgt 84 Millionen Euro. Pro 100 Kilo Milch entspricht dies 0,95 Euro (2011: 0,73 Euro). Der Garantiepreis für 2012 beträgt 33,87 Euro und ist damit 8,3 Prozent niedriger als 2011 (36,94 Euro). Der Rückgang ist dem Konzern zufolge auf niedrigeren Milchpreise der Referenzunternehmen zurückzuführen, insbesondere aufgrund niedrigerer Verkaufspreise für Butter und Milchpulver. Der Milchpreis 2012 beläuft sich auf 36,24 Euro pro 100 Kilo Milch bei 4,41 Prozent Fett und 3,47 Prozent Eiweiß, ein Rückgang von 6,5 Prozent gegenüber 2011 (38,77 Euro).
 

Weidegangzuschläge in 2012 eingeführt

Seit 2012 erhalten Mitglied-Milchviehhalter, die ihre Milchkühe mindestens 120 Tage pro Jahr, mindestens 6 Stunden pro Tag auf der Weide grasen lassen, von FrieslandCampina pro 100 Kilo Milch einen Weidegangzuschlag in Höhe von 0,50 Euro. Bezogen auf die Gesamtmilchmenge von FrieslandCampina wurden durchschnittlich 0,32 Euro pro 100 Kilo Milch ausgeschüttet. Zudem wurden durchschnittlich 0,12 Euro pro 100 Kilo Milch übrige Zuschläge ausgeschüttet. Der Bio-Milchpreis in 2012 beträgt 45,42 Euro pro 100 Kilo Milch bei 4,41 Prozent Fett und 3,47 Prozent Eiweiß.
 

Absatzmarkt in Europa stagniert

Für 2013 wird aufgrund des zunehmenden Konsums weltweit eine leichte Zunahme der Nachfrage nach Molkereiprodukten erwartet, insbesondere in Asien, Südamerika, Russland und Afrika. In westlichen Ländern stagniert die Nachfrage nach Molkereiprodukten etwas aufgrund der negativen wirtschaftlichen Entwicklungen und zurückbleibender Kaufkraft der Verbraucher. Das weltweite Angebot an Milch wird voraussichtlich leicht steigen. Aufgrund der mäßigen Futterqualität für die Kühe und die hohen Kraftfutterkosten wird in Westeuropa im ersten Halbjahr 2013 eine niedrigere Milchproduktion erwartet als im ersten Halbjahr 2012.

Der Wettbewerb auf dem Weltmarkt für Molkereiprodukte wird weiter zunehmen. Sowohl multinationale Molkereiunternehmen als auch lokale Unternehmen in einzelnen Ländern stärken ihre Marktpositionen durch den Ausbau ihres Vertriebs, konkurrierende Preisgestaltung, Produkteinführungen sowie die Intensivierung von Werbung und Verkaufsförderung. In Europa wird erwartet, dass der Absatzmarkt für Milchgetränke und Desserts infolge der Wirtschaftskrise weiter schrumpfen wird. Bei Käse wird jedoch ein begrenztes Wachstum erwartet. Die Maßstabsvergrößerung in der europäischen Molkereiindustrie wird durch Fusionen und Übernahmen weiter an Gestalt gewinnen, um auf Dauer kosteneffizient sein zu können. Trotz der Beendigung der Milchquotierung 2015 wird in Europa insgesamt kein starker Anstieg der Gesamtmilchproduktion erwartet.
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