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Tiergesundheit

Fruchtbarkeit: Darauf kommt es bei Rindern an

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am Mittwoch, 13.06.2018 - 07:00 (Jetzt kommentieren)

Der Weg zum Kalb geht nur über eine gute Fruchtbarkeit. Deswegen sollte hier nichts dem Zufall überlassen werden. Wir zeigen Ihnen worauf es ankommt.

Kuhgesundheit

Ein wichtiger Faktor für die gute Fruchtbarkeit ist die Kondition der Kühe. Es ist wichtig, dass sie fit, gesund und gut ernährt sind. Dabei helfen Parasitenkontrollen, regelmäßige Klauenpflege, Impfprogramme und tierärztliche Grunduntersuchungen. Lahme Kühe zum Beispiel nehmen weniger Futter auf und haben Stress. Das führt zu einer energetischen Unterversorgung und der Zyklus kommt nur langsam in Gang. Der optimale body condition score liegt zwischen 2,50 und 3,25.

Fütterung

Gut im Futter: Auch die Fütterung, die Energiebilanz und die Nährstoffversorgung der Kühe müssen immer im Auge behalten werden, denn Kühe mit einer negativen Energiebilanz zeigen oftmals keine Brunst. Dabei ist zusätzlich wichtig, dass die Silagen eine hohe Qualität haben. Schlechte Silagen hemmen ebenfalls die Fruchtbarkeit. Darüber hinaus sollte ausreichend Wasser zur Verfügung stehen.

Haltung und Kuhkomfort

Richtige Haltung und Kuhkomfort: Die Kuh muss sich wohl fühlen und das tut sie, wenn Haltung und Kuhkomfort stimmen. Wichtige sind dabei Stallwetter, Licht, Liege- und Laufkomfort und wenig Stress. Positiven Einfluss auf die Brunst haben die Haltung im Laufstall und noch besser im Offenfrontstall. Ein gutes Klima im Stall sorgt dafür, dass die Tiere nicht unter Hitzestress leiden und damit die Fruchtbarkeit herunter geht. Auch der hohe Lichteinfall wirkt sich stimulierend auf die Sexualhormone und das Immunsystem der Kühe aus. Außerdem sollten die Boxen zum Liegen einladen und der Futtertisch ausreichend Platz bieten, um Hierarchiekämpfe zu mindern und Stress zu vermeiden.

Hygiene

Hygiene im hohen Maße: Nicht nur die Liegeboxen im Stall sollten regelmäßig gereinigt und neu eingestreut werden. Vor allem die Abkalbe- und Trockensteherboxen muss man nach jeder Kuh reinigen und desinfizieren sowie neu einstreuen und den Kot von den Wänden entfernen. Wenn man Infektionsketten unterbrechen möchte, sollte auch der Hofhund draußen bleiben. Sie fressen häufig die Nachgeburt und scheiden die Erreger mit dem Kot aus. Um die Reinigung nachvollziehen und kontrollieren zu können, helfen Dokumentationstafeln und Reinigungspläne.

Brunstbeobachtung

Verbesserung der Brunsterkennung: Ein häufiger Grund für sinkende Trächtigkeitsraten sind nicht erkannte oder genutzte Brünste. Gerade bei hochleistenden Tieren mit rund 55 kg/Tag ist die Brunstzeit mit 2,8 Tagen sehr kurz. Bei einer Kuh mit 25 kg/Tag dauert die Brunstzeit 14,7 Tage. Deswegen ist bei unseren Milchkühen eine strikte Brunstbeobachtung sehr wichtig. Der Einsatz von Tagebüchern, Kalendern, Schrittzählern, Brunstpflastern und Videoüberwachung kann dabei helfen. Aber auch die konventionelle Beobachtung führt zum Erfolg, erfordert aber mehr als 20 Minuten Zeit, zweimal am Tag.

Kalbung

Sauber Kalben: Ein gute Kalbung und ein hohes Maß an Hygiene im Abkalbestall haben großen Einfluss auf die Fruchtbarkeit der Tiere. Die Kalbung sollte soweit wie möglich alleine geschehen. So wird ein Eintrag von Keimen durch den Geburtshelfer vermieden und das Infektionsrisiko für die Kuh gesenkt. Auch der Abkalbestall ist von großer Bedeutung. Er sollte von der Herde getrennt eingerichtet sein und eine mindestens 1,50 m hohe Abtrennung zur Herde haben, damit kein Kot der anderen Rinder eindringt. Gleichzeitig bleibt aber der Blick- und Riechkontakt erhalten. Nach jeder Kalbung muss die Box grob gereinigt und neu eingestreut werden. Die Kotflecken an den Wänden sollte man entfernen.

Fruchtbarkeit: Darauf kommt es bei Rindern an

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