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Milchproduktion

Fünf Fragen an ... - Jan Heusmann

von , am
08.05.2012

In unserer Reihe "Fünf Fragen an ..." stellen wir Ihnen interessante Menschen vor. Heute: Jan Heusmann, Vorsitzender der Landesvereinigung für Milchwirtschaft in Niedersachsen.

Jan Heusmann bewirtschaftet zusammen mit seinem Bruder einen landwirtschaftlichen Betrieb in Bexhövede in der Nähe von Bremerhaven. Sie melken 450 Kühe und betreiben eine Biogasanlage. Seit dem Herbst 2011 ist Jan Heusmann Vorsitzender der Landesvereinigung der Milchwirtschaft in Niedersachsen und seit sechs Jahren ist er Vorsitzender des Landvolkkreisverbands Wesermünde.

"Die Milch macht‚s". Wieso sollten wir Ihrer Meinung nach alle jeden Tag ein Glas Milch trinken?

Milch hält jung und schön und gibt starke Knochen. Ich selbst trinke morgens und abends ein Glas von unserer eigenen Milch frisch aus dem Tank. Der Kaffee bleibt bei mir aber schwarz!

Die Landwirtschaft im Bild der Öffentlichkeit. Was kann jeder einzelne Landwirt tun?

Wichtig sind vor allem Gespräche und die Teilnahme am öffentlichen Leben. Bei der Arbeit auf dem Acker direkt am Wohngebiet auch mal absteigen und ein paar Worte wechseln. Manchmal versuchen, sich in die Lage der Polo-Fahrerin hineinzuversetzen, die einem auf der Dorfstraße entgegenkommt und so ängstlich aus der Wäsche guckt, während man mit 200 PS, mit Breitreifen und Schmetterlings-Mähwerkskombination und mit 50 km/h dem ersten Schnitt entgegeneilt.
Die Nachbarn zur Besichtigung im neuen Stall einladen, bereit sein, wenn der Kindergarten oder die Grundschule den Hof erkunden wollen und sich dafür etwas Zeit nehmen (hier gibt es hervorragende Initiativen und hilfreiche Materialien u.a. von der Landesvereinigung), beim Tag des offenen Hofes mitmachen und ganz wichtig, die Spannplakate der Landesvereinigung für Milchwirtschaft aufhängen.

Hauptberuf und Ehrenamt zwischen bezahlter Tätigkeit, Aufwandsentschädigungen und Idealismus. Dazu Familie und Privatleben. Wie bringt man alles unter einen Hut?

Manchmal ist die Zeit schon sehr knapp. Die Aufwandsentschädigung hilft dabei, sich auf dem Betrieb Entlastung zu organisieren, trotzdem bleibt man auch dort stark eingespannt, weil der Betrieb auf keinen Fall unter dem Ehrenamt leiden soll. Ohne Idealismus geht es nicht, aber es reizen auch die interessanten Aufgaben und Begegnungen und dass man nah am Geschehen ist. Die Familie fängt einen Teil der Belastung auf und es ist schön, dass alle unterstützen und auch selbst Interesse am Betrieb, aber auch an den politischen Dingen haben.

Bitte den Satz zu Ende formulieren: Milchviehhaltung bedeutet ...

... sehr langfristig denken müssen
... nur Erfolg bei kontinuierlich guter Arbeit zu haben
... tiefe Zufriedenheit, wenn es im Stall gut läuft.

Wo finden wir Sie, wenn Sie nicht gerade im Melkstand, auf dem Schlepper oder im Agrarbüro sind?

Auf dem Sofa hinter der Zeitung, ab und an beim Italiener oder im Theater und im Urlaub gerne am Wasser.
 
 
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