Login
Milchmarkt

Fünf-Jahres-Ausblick: EU sieht Milchpreis zwischen 32 und 34 Cent/kg

© Mühlhausen/landpixel
aiz
am
03.12.2015

Die EU-Erzeugermilchpreise werden in den kommenden fünf Jahren nur moderat zulegen. Eine weitere Erholung ist erst nach 2020 zu erwarten.

Dies geht aus der Marktprognose hervor, welche die EU-Kommission am Dienstag bei ihrer Outlook-Konferenz in Brüssel vorgelegt hat. Als Wachstumsmotor werde in den kommenden zehn Jahren der Weltmarkt fungieren, meinte Kommissions-Expertin Sofie Helaine. Die EU werde bis 2025 am Weltmilchmarkt gegenüber ihren starken Mitbewerbern - insbesondere Neuseeland - an Boden gewinnen, führte Helaine aus.

Die Molkereien der EU könnten vor allem mehr Butter, Milchpulver und Käse exportieren. Der EU-Binnenmarkt werde dagegen kaum wachsen, es komme lediglich zu Verschiebungen innerhalb der Produktpalette.

Kommission prognostiziert Zuwächse von einem Prozent pro Jahr

Laut der Prognose nehme die Nachfrage nach Butter und Creme Fraiche leicht zu, der Bedarf an Frischmilch und Joghurt sinke dagegen. Die Kommission erwartet, dass die Milcherzeugung in den kommenden zehn Jahren um etwa ein Prozent jährlich steigt. Zuwächse von fünf Prozent wie im Jahr 2014 erwarten die EU-Experten nicht mehr bei der Erzeugung.

In den kommenden fünf Jahren dürfte der Erzeugermilchpreis in der Union im Schnitt zwischen 32 und 34 Cent/kg liegen, schätzt die Brüsseler Behörde. Erst danach sei mit Erlösen von mehr als 35 Cent zu rechnen.

Dies sei keine besonders positive Perspektive, kritisierte Michel Nalet vom europäischen Verband der Milchindustrie (EDA). Die Durststrecke mit nicht mehr kostendeckenden Preisen für die Landwirte sei deutlich zu lang, weshalb man etwas unternehmen müsse. Nalet fordert vor allem Maßnahmen gegen Dumpingpreise im Lebensmittelhandel.

Best practice: So bleibt die Milchkuh gesund

200 Tiere haben Platz im Wartehof des Betriebes. Genau so viele Tiere haben Platz in einem Abteil im Couchettenstall. Das Größenverhältnis haben die Betriebsleiter bewusst aufeinander abgestimmt. © Markus Pahlke/agrarheute
Die Kühe im Couchettenstall sind in Großgruppen eingeteilt. Alle hochleistenden Tiere sind im neuen Außenstall untergebracht. © Markus Pahlke/agrarheute
Der Betrieb hat vor zwei Jahren neue Melkzeuge eingebaut. Damit wurde das Dippen und Zwischendesinfizieren automatisiert. © Markus Pahlke/agrarheute
Die Kühe werden grundsätzlich mit einem Zitzenversiegler trockengestellt. © Markus Pahlke/agrarheute
Nach dem Melken wird Dippmittel im Zitzenbecher auf die Zitzen versprüht. © Markus Pahlke/agrarheute
Nach der Melkzeugabnahme erfolgt ein automatisches Zwischendesinfizieren. Die Technik hat die Zellzahlen radikal gesenkt. © Markus Pahlke/agrarheute
Auch interessant