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Rinderfütterung

Fütterung mit Kartoffelpresspülpe: Darauf gilt es zu achten

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Redaktion agrarheute, agrarheute
am
09.08.2016

Kartoffelpresspülpe entsteht als Nebenprodukt bei der Gewinnung von Stärkemehl und kann helfen, die Grundfutterleistung zu verbessern und Futterkosten zu senken.

Kartoffelpresspülpe entsteht als Nebenprodukt bei der Stärkemehlgewinnung und besteht letztendlich aus dem faserigen Teil der Kartoffel und der technisch nicht gewinnbaren Stärke. Da es sich um ein Saisonprodukt handelt,

  • ist sie nur während der Kampagne von August bis Dezember bzw. Januar verfügbar,
  • als frische Pülpe offen über Wochen haltbar,
  • kann aber als Silage ganzjährig verfüttert werden bei einer Mindestsilierzeit von sechs Wochen.

Als Deckschicht auf Gras- oder Maissilage schließt die Silage den Futterstock luftdicht ab und bildet damit einen zweiten Schutzmantel, muss aber selbst zur Silierung akribisch luftdicht abgedeckt werden, um die Verluste in Grenzen zu halten.

Für viele Landwirte ist die Kartoffelpülpe als Futtermittel nur in futterknappen Jahren ein Thema und die Nachfrage dann hoch. Ab Werk ist die Pülpe sehr günstig zu bekommen, teuer macht das Futtermittel aufgrund des hohen Wasseranteils vor allem der Transport. Für bayerische Landwirte kommen nur zwei Stärkefabrikstandorte infrage.

Pülpe: Sehr energiereich, Futteruntersuchung zu empfehlen

Pülpe ist sehr energiereich, aber eiweiß-, vitamin- und mineralstoffarm. Wegen der stark schwankenden Trockenmasse- und Energie- und Stärkegehalte ist eine Futteruntersuchung dringend zu empfehlen. Kartoffelpresspülpe hat nur einen Trockenmassegehalt von 14 bis 18 % und in der TM 6,5 bis 7,5 MJ NEL, 50 bis 70 g Rohprotein (RP) und 100 bis 130 g nXP. Das spezifische Gewicht beträgt 925 bis 1000 kg/m³, eine weitere Verdichtung ist nicht möglich.

Trotz geringen TM-Gehalts treten keine Probleme mit Sickersaftbildung auf.

Ideal für Grünlandbetriebe

Pülpe ist ein hochwertiges, preisgünstiges Energiefuttermittel, das eine leistungsorientierte Futterration für Milchkühe und Mastrinder aufwertet, schreibt Guido Hofmann von der LfL Bayern im Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt. Ideal ist sie für Grünlandbetriebe mit ihrem hohen Rohproteinüberschuss, kann aber auch Getreide oder Silomais ersetzen und damit Ackerfläche freisetzen oder die teure Flächenpacht vermeiden.

Da Pülpe keine Strukturwirkung hat, liegt die vom Tierinstitut in Grub für Milchkühe empfohlene Menge bei 0,70 kg und die maximale Einsatzmenge bei 1,5 kg Frischmasse je 100 kg Lebendgewicht und Tag (5 bis 10 kg FM/Kuh und Tag).

Fütterung mit Pülpe: Strukur nicht vergessen

Bei der Fütterung muss der Gehalt an pansenabbaubaren Kohlenhydraten sowie eine ausreichende Versorgung mit Struktur berücksichtigt werden. Bei Milchkühen ergibt sich ein positiver Effekt auf die Milcheiweißbildung. Aufgrund der hohen Feuchtigkeit passt sie gut in trockene TMR-Mischungen und bindet andere Futtermittel, womit das Selektieren erschwert wird.

Schwer zu fassen ist allerdings die Auswirkung auf die zu erwartende verbesserte Gesamtfutteraufnahme durch die Auflockerung des "Speiseplans". Mehr Milch aus dem Grundfutter kann dann zu einem reduzierten Kraftfuttereinsatz bei gleichbleibender Milchleistung führen.

Den gesamten Beitrag zum Thema "Kartoffelpresspülpe in der Rinderfütterung" mit einer ausführlichen Wirtschaftlichkeitsrechnung und einem Kostenvergleich zum Silomais finden Sie im BLW (Ausgabe 28/2016).

Das sagen bayerische Kühe zum Welt-Milchtag

Bayerische Kuh
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