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Forschung Methangas

Futterzusatz senkt Methanausstoß bei Rindern

dpa/Katharina Krenn/agrarheute
am
03.05.2016

Wissenschaftler haben einen Stoff entdeckt, der den Ausstoß von Methangas bei Rindern um 50 Prozent senken soll. Er kann dem Futter zugesetzt werden.

Weltweit versuchen Wissenschaftler den Methan-Ausstoß durch Wiederkäuer zu reduzieren. Jetzt haben Forscher der US-Akademie der Wissenschaften einen Stoff, genauer gesagt das Molekül 3-Nitrooxypropanol (3-NOP), ausfindig gemacht, das die Bildung von Methangas hemmt. Wird das 3-NOP dem Tierfutter zugesetzt, inaktiviert es ein Enzym, das für die Methangasbildung zuständig ist.

Bis zu 50 Prozent weniger Methanbildung

"Das Methan wird bei Wiederkäuern zu mehr als 90 Prozent durch Rülpsen freigesetzt", sagt Prof. Dr. Rudolf Thauer vom Marburger Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie, der an der Studie beteiligt war. "Durch die Verbindung und ihre Wirkungsweise müssen die Tiere letztlich weniger rülpsen."

Man könne die Methanbildung der Mikroorganismen zwar "nicht zu 100 Prozent, aber bis zu 50 Prozent abschalten, ohne dass das einen nachweislich negativen Einfluss auf die Tiere hat", so die Meinung des Wissenschaftlers.

Problem: Wasserstoffbildung im Magen

"Wichtig ist aber immer bei der Zugabe solcher Substanzen, dass ein Weg gefunden wird, den Wasserstoff zu eliminieren, der sich im Vormagensystem von Wiederkäuern ansammelt", führt Thauer weiter aus. Die Methanbildung sei ein biochemischer Weg, der dazu diene, den Wasserstoff zu eliminieren. Sonst könnte sich dieser anreichern, mit negativer Rückkopplung auf die Mikroorganismen.

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