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Gänsefraßschäden: Ministerium spricht Landwirt 75.000 Euro zu

Gänse-Fra0schäden-Grünland
am Donnerstag, 29.12.2022 - 09:20 (Jetzt kommentieren)

Einem Milchviehhalter aus Ostfriesland wurde für vier Jahre Futterschäden durch Wildgänse Schadensersatz zugesprochen.

Die gestiegene Wildvögelpopulation hat auf den Weideflächen von Landwirt Hero Schulte deutliche Spuren hinterlassen. Doch als Entschädigung für die kahl gefressen Weiden und weil der Landwirt die Gänse nicht schießen darf, soll er eine Entschädigung erhalten. Das Innenministerium spricht dem betroffenen Milchviehhalter 75.000 Euro zu.

Dem Verfahren lag ein Antrag des Landwirts aus dem Jahr 2019 auf Entschädigungszahlungen aufgrund übermäßigen Gänsefraßes auf seinen betrieblichen Flächen, zum Teil in einem Landschaftsschutzgebiet gelegen, für die Jahre 2016 bis 2019 zugrunde, wie das Innenministerium gegenüber agrarheute bestätigt. Dem Antrag wurde teilweise stattgegeben und für die genannten vier Jahre eine Entschädigung zuerkannt. 

Aufkommen für die Entschädigung muss nicht der Landkreis Leer, sondern das Umweltministerium, wie der Landkreis Leer gegenüber agrarheute mitteilte. Ob das Umweltministerium dagegen klagen wird, bleibt abzuwarten. Eine Stellungnahme erfolgte bisher noch nicht. Der Beschluss ist noch anfechtbar.

Grünland: Das Problem mit den Wildgänsen

Die Wildgangsbestände haben seit den 60er-Jahren beständig zugenommen. Beispielsweise habe sich die Population der Blessgänse von rund 60.000 auf rund 1,2 Mio. Tiere erhöht. Auch der Bestand der Nonnengans hat sich in den letzten 30 Jahren in der Nordseeregion fast verfünffacht, so der Friesische Verband für Naturschutz und ökologische Jagd.

Wildgansschäden ein ernstes Problem

Die Gänsefraßschäden sind seit Jahren ein Problem bei Milchviehhaltern rund in der Küstenregion. Bereits 2018 hatte das Innenministerium zwei Milchviehhaltern aus Ostfriesland knapp 39.000 Euro Entschädigung zugesprochen, weil ihnen die streng geschützten Wildgänse das Gras auf ihren Weiden wegfraßen und das Viehfutter knapp wurde. Dagegen klagte das Umweltministerium.

Eine Entschädigung der Landwirte steht bisher noch aus.

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