Login

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Panorama

Gänsestreit: So kämpft ein Landwirt gegen Ertragsausfälle

Wildgaense-Anflug-Wiese
am Dienstag, 29.09.2020 - 08:10 (1 Kommentar)

Sie rasten auf den Weiden, fressen sie leer und lassen kaum noch etwas über: Gänse. Für Familie Venema ist das existenzbedrohend.

Amos Venema und sein Bruder Jan leben von den Weiden im hochwassergeschütztem Marschland. Doch immer häufiger zerstören Wildgänse die Grünlandflächen. „Wir leben hier in einem Landschaftsschutzgebiet“, sagt Amos Venema. Die Marschwiesen sind Rastgebiete für Zugvögel. „Die einst bedrohte Gänsepopulation hat sich dank der strengen Schutzmaßnahmen der letzten Jahre sehr gut erholt. Mittlerweile stehen sie in direkter Nahrungskonkurrenz zu unseren Milchkühen“, sagt er.

Starke Gänseschäden besonders im Winter

Besonders von Mitte Oktober bis zum Juni sind seine Flächen betroffen. Die sonst grünen Wiesen sind dann durchzogen mit schwarzen Flecken – Fraßschäden der Gänse, die das Gras bis auf die Narbe aufgepickt haben. Um zu verdeutlichen, wie sich der Aufwuchs ohne die Gänseschäden in der kalten Jahreszeit erholen würde, stellt er Drahtkörbe auf seinem Land auf.

In Videos auf My Kuh Tube verdeutlicht der Landwirt sein Vorgehen.

50.000 Euro Schaden in den letzten Jahren

„Das Futter reicht nicht mehr, um unsere Tiere zu versorgen. Wir müssen Silage teuer einkaufen, obwohl wir genug Flächen hätten, um das Futter selbst zu ernten“, beschreibt Venema. Im Schnitt der letzten Jahre beliefen sich die Verluste auf über 50.000 Euro. Ausgleichszahlungen, die der Betrieb im Rahmen der Agrarumweltmaßnahmen erhält, seien von der Summe bereits abgezogen. „Es geht um die Existenz unseres Betriebs“, stellt der Milchviehhalter klar.

39.000 Euro Entschädigung vom Innenministerium zugesprochen

Amos Venema hat seine Schadensaufstellung dem Staat in Rechnung gestellt. Die Brüder bekamen mit ihrer Forderung Recht. Das niedersächsische Innenministerium sprach ihnen eine Entschädigung von 39.000 Euro zu. Zahlen muss die das niedersächsische Umweltministerium, doch das wehrt sich vor dem Verwaltungsgericht in Oldenburg. Es bezweifelt die Schadenshöhe. Doch die Landwirte kämpfen weiter für eine Lösung. 

Digitale Ausgabe agrarheute

Dies war eine stark verkürzte Zusammenfassung des Originalbeitrags.
Lesen Sie jetzt den ausführlichen Fachartikel und testen Sie unverbindlich die digitale Ausgabe agrarheute.

Wenn Sie bereits ein digitales Abo haben, geht es hier entlang.

Kommentar

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...