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Forschung Kälberdurchfall

Gentest für tödliche Holsteinkrankheit entwickelt

pd/ah
am
29.12.2015

Eine Genmutation führt bei Holsteinrindern zu hohen Kälberverlusten. Für den genetisch bedingten Kälberdurchfall gibt es jetzt einen Test.

Für die als Cholesterin Defizit (CD) bezeichnete, rezessiv vererbte Erkrankung bei Holstein Rindern steht jetzt ein direkter Gentest zur Verfügung, berichtet Swissgenetics. Erstmals können Holsteinrinder im Gegensatz zum im Sommer 2015 vorgestellten indirekten Haplotypentest absolut zuverlässig auf die ursächliche Mutation getestet werden.

Bei gesunden Tieren zeigt der Test, ob sie eine Kopie der Genmutation tragen (mischerbige Träger: CDC) oder nicht (anlagefrei: CDF). Bei Kälbern mit Durchfall, die sowohl väterlich als auch mütterlich vom Trägerstier Maughlin Storm abstammen, kann eine genetische Ursache durch den Nachweis von zwei Kopien der Mutation (reinerbig: CDS) bestätigt werden.

Der neue Gentest wird vom Institut für Genetik der Universität Bern angeboten.

Hintergrund: Cholesterin Defizit (CDH)

Die Genmutation CDH (Cholesterin Defizit) führt bei Holstein Rindern zu hohen Kälberverlusten. Durch den Gendefekt fehlt den reinerbig (homozygot) betroffenen Kälbern ein wichtiges Element für die Fettaufnahme aus der Nahrung in Dünndarm und Leber.

Der nicht therapierbare Durchfall, kann innerhalb von Tagen bis Wochen zum Tod betroffener Tiere führen. Die verantwortliche Genmutation wurde durch den 1991 in Kanada geborenen Stier Maughlin Storm sowie seine Nachkommen weltweit verbreitet.

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