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Direktvermarktung

Geschäftsidee: Mit Kuhpatenschaften kostendeckend produzieren

Braunvieh
© agrarfoto
von am
16.04.2018

Um seine Tierwohlanstrengungen zu finanzieren, bietet ein Schweizer Landwirt Kuhpatenschaften an. Die Verbraucher rennen ihm buchstäblich die Bude ein.

Auf seiner Hof-Webseite schreibt der Schweizer Milchviehbauer Adrian Haggenmacher, dass er seine Kühe gerne artgerecht halten will. Doch mit den aufwendigen Investitionen in einen modernen Stall und den niedrigen Milchpreisen sei die tierwohlgerechte Milchviehhaltung ein Verlustgeschäft.

„In den letzten fünf Jahren ist der Milchpreis, den mir Emmi auszahlt, um ca. 7 Rappen (entspricht ca. 6 ct, Anm. d. Red.) gesunken! Größere Einsparungen können nur noch zu Lasten des Tierwohls gemacht werden. Dazu aber bin ich nicht bereit“, schreibt der Landwirt.

Kuhpate erhält Milch

Mit der Idee der Kuhpatenschaften, sah der Landwirt eine Möglichkeit kostendeckend, ohne Einbußen beim Wohl seiner Tiere, zu produzieren. Er bietet dafür Teil- oder Vollpatenschaften für eine seiner Kühe an. Der Pate zahlt monatlich einen Beitrag von 20 bzw. 100 Franken (ca. 84 Euro) und kann einmal die Woche 2 bzw. 6 Liter Milch abholen. Außerdem können Verbraucher auch die Patenschaft für eine pensionierte Kuh übernehmen, wenn sie nicht wollen, dass sie zum Schlachter kommt. Diese kostet bis zu 900 Franken pro Halbjahr. Derzeit haben laut Haggenmacher alle Pensionskühe einen Paten.

Kuhpatenschaften sind der Renner

Der Schweizer Milchbauer ist sehr zufrieden. "Die Kuhpatenschaften sind ein voller Erfolg!" Innerhalb von nur drei Monaten hatte er 60 Patenschaften gewonnen, berichtet der Landwirt dem Fachportal „Schweizer Bauer“. Und Haggenmacher denkt weiter. Er will mit benachbarten Landwirten eine Molkerei aufbauen und dann die Milchprodukte selbst vermarkten.

Mit Material von Schweizer Bauer

Milchtankstellen: Einstieg in die Direktvermarktung

Milchautomaten vereinen Kühlung, Milchbehälter, Rührwerk, Automat und Abfüllbereich in einem Gerät. So auch der Automat "R" von Risto. Die Höhe des Münzeinwurfs entscheidet über das Milchguthaben, die Abgabemenge kann zwischen 0,2 und 5 Litern frei gewählt werden. Wird keine weitere Milch benötigt, zahlt der Automat serienmäßig das Restgeld aus. © Risto Vending GmbH
Risto bietet seinen Automaten sowohl mit Touchscreen ("R-Touch"), als auch in der erweiterten Version mit einem zweiten Behälter an. So ist der Verkauf eines weiteren, zweiten Produkts (zum Beispiel Vanillemilch) im selben Automaten möglich. Alle Automaten sind MID-zertifiziert. © Risto Vending GmbH
Die brunimat GmbH bietet ebenfalls MID-zertifizierte Milchtankstellen an. Den Brunimat gibt es in der Ausführung "KS" und "Premium", wobei sich die Premium-Version nach Angaben des Herstellers vor allem für den Verkauf außerhalb des Hofes in Ballungsgebieten eignet. Neben der einfachen Ausführung mit einem Behälter (50-200 Liter)... © Brunimat GmbH
...ist die Version "Duo" mit zwei Behältern (100-400 Liter) erhältlich. Bei der Option "Duo" wird automatisch vom leeren auf den neuen, vollen Behälter gewechselt. So wird die Restmilch immer zuerst verkauft. Milchwechsel und Reinigung können so gleichzeitig durchgeführt werden, unabhängig von der Restmilchmenge. © Brunimat GmbH
Wie beim Risto-Automat erfolgt die Bezahlung beim brunimat serienmäßig über Münzeinwurf, allerdings nur optional mit Wechselgeldmünzer (blauer Kreis). Der Notenleser ist wie bei Risto optional erhältlich (gelber Kreis). Ebenso gibt es beim brunimat gegen Aufpreis eine automatische Reinigung des Abfüllbereichs nach jedem Abfüllvorgang (roter Kreis). © Brunimat GmbH
Die Milchautomaten der Milch Concept Automaten oHG sind laut Unternehmen speziell für den Vertrieb von Milch in Städten (zum Beispiel vor Supermärkten) konstruiert. Entsprechend größer sind die Fassungsvermögen der Automaten: Das kleinste Modell "S 200" fasst 200 Liter, der "M 400" 400 Liter und das größte Modell "L 600" 600 Liter pro Automat. © Milch Concept Automaten oHG
Neben dem serienmäßigen Münzwechsler sind optional Geldschein-, EC-Karten- und Kredikartenannahme erhältlich. Die Automaten lassen sich zudem kombinieren. So ist eine Absatzmenge von bis zu 1200 Liter pro Standort möglich. © Milch Concept Automaten oHG
Die verschiedenen Ausführungen der Concept-Automaten verfügen über ein bis drei Tanks à 200 Liter. Anders als bei den Automaten der anderen Hersteller bleiben beim Tankwechsel keine der milchführenden Komponenten (Rührwerk, Schläuche, Mengenmesser, Ausgabestutzen, Pumpen) im Automat, sondern sind fest mit dem Tank verbunden. So werden mit jedem frischen Tank alle mit Milch in Berührung kommenden Teile ausgetauscht, eine Reinigung am Tank ist daher nicht notwendig. © Milch Concept Automaten oHG
Sowohl der "S 200" als auch der "M 400" lassen sich optional mit einem Warenverkaufsautomat kombinieren (gelber Kreis). Dieser ist in verschiedenen Größen verfügbar und ermöglicht den Verkauf vieler weiterer Produkte (Joghurt, Eier etc.). Beim Modell "L 600" ist der Warenverkaufsautomat serienmäßig in die Einhausung integriert. Alle Concept-Milchautomaten sind MID-zertifiziert. © Milch Concept Automaten oHG
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