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Milchproduktion

Gleichgewichtspreis sinkt auf 11 Cent

von , am
01.04.2010

Potsdam/München - Bei der aktuellen Milchbörse liegt der Handelspreis im Übertragungsbereich Ost nur noch bei 7 ct/kg, im Übertragungsbereich West sinkt er auf 11 ct/kg.

© Vladimir Mucibabic/Fotolia

Damit wurde ein gewogener Durchschnitts­preis für Deutschland von 11 Cent je Kilogramm ermittelt, der niedrigste Quotenpreis seit Einführung der Börse im Jahr 2000. Im Vergleich zum letzten Handelstermin ist dieser um sieben Cent gesunken. Für den Übertragungsbereich West wurde ein Handelspreis von 11 Cent je Kilogramm ermittelt. Im Vergleich zum Novembertermin ist er um neun Cent gesunken. Der Handelspreis für den Übertragungsbereich Ost liegt bei 7 Cent je Kilogramm und damit um vier Cent unter dem letzten Handelstermin im November. Im gesamten Bundesgebiet wurde eine Menge von 178 Mio. kg erfolgreich gehandelt. Das Gesamtangebot nach Milchquoten erreichte in Deutschland mit 403 Mio. kg ein Rekordhoch und war fast doppelt so hoch wie die Gesamtnachfrage mit 195 Mio. kg.

Die Auswertung der einzelnen Übertragungsstellen zeigte, dass insbesondere in Sachsen-Anhalt das Angebot an Milchquoten zehnmal so hoch war wie die Nachfrage. Auch in Brandenburg, Hessen, Thüringen und Baden-Württemberg wurde mehr als viermal so viel angeboten als nachgefragt. Die Anzahl der Nachfrager war mit 3.086 Nachfragern die zweitniedrigste seit Einführung der Milchbörse im Jahr 2000. Davon waren 98 Prozent erfolgreich. Auch die Anzahl der Anbieter ist mit 4.742 Anbietern auf ein niedriges Niveau gesunken. Lediglich 56 Prozent der Anbieter konnten erfolgreich ihre Milchquoten veräußern.

Quote wandert nach Niedersachsen - Süden gibt kräftig ab

Im Übertragungsbereich West lag die gehandelte Menge bei 156 Mio. kg. Von den insgesamt 4.571 Anbietern konnten hier nur 2.598 ihre Quote erfolgreich verkaufen. Die Auswertung der Milchquotenzugänge und -abgänge der einzelnen Übertragungsstellen im Bereich West zeigt eine deutliche Quotenwanderung in Richtung Niedersachsen (plus 27,09 Mio. kg) und Nordrhein-Westfalen (plus 2,72 Mio. kg). Auch beim letzten Termin im November wanderte Quote vor allem in diese Gebiete, allerdings mit der umgekehrten Gewichtung. Kräftig abgegeben wird Quote hingegen in Bayern (minus 12,16 Mio. kg), Baden-Württemberg (minus 8,76 Mio. kg) und Hessen (minus 8,06 Mio. kg). 

Bereich Ost: Weniger als ein Drittel der Anbieter erfolgreich

Im Übertragungsbereich Ost wurde ein Gleichgewichtspreis von 7 ct/kg ermittelt. Die erfolgreich gehandelte Menge lag bei 22 Mio. kg, was ungefähr der Hälfte des Novembertermins entspricht. Von den 99 Nachfragern, die eine Menge von rund 28 Mio. kg nachfragten, waren fast alle erfolgreich, was allerdings aufgrund einer angebotenen Menge von rund 98 Mio. kg auch nicht verwundert. Quote wandert erneut nach Mecklenburg-Vorpommern (plus 1,53 Mio. kg) und Sachsen (plus 1,81 Mio. kg). Sachsen-Anhalt (minus 2,6 Mio. kg) und Brandenburg (minus 500.000 kg) geben Quote ab.

DBV: Preise gehen weiter runter  

Der Deutsche Bauernverband sieht den Rückgang der Quotenpreise als deutliches Zeichen im Hinblick auf das Ende der Milchquotenregelung am 31. März 2015. Aufgrund des hohen Überangebots an nicht verkaufter Milchquote in Höhe von rund 224 Mio. kg sei auch im Hinblick auf den nächsten Börsentermin mit einem Rückgang der Quotenpreise zu rechnen. (hek/pd)



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