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Haltung und Mast

Großeinsatz: 700 Rinder in 'erschreckendem' Zustand

© Polizeidirektion Itzehoe
von , am
19.12.2014

Kalbungen auf blankem Beton, Rinder in "erschreckendem" Gesundheitszustand, Silagesäfte, die ungehindert im Boden versickern. Diese Missstände hat ein Großaufgebot der Polizei jetzt aufgedeckt.

Zwei Tage brauchte die Polizei, um sich auf dem Gelände einen Überblick zu verschaffen. © Polizeidirektion Itzehoe
Anfang der Woche ist die Polizei mit einem Großaufgebot auf einem Hof in Süderheistedt (Schleswig-Holstein) eingerückt. Der Betrieb sollte nach tierschutz- und umweltrechtlichen Bedingungen in Augenschein genommen werden.
 
Der Betrieb war bereits früher aufgefallen, weil der Gesundheits- und Pflegezustand vieler der 700 Rinder "besorgniserregend" war. Bekannt waren auch Hygieneverstöße im Milchviehbetrieb sowie Boden- und Gewässerverunreinigungen und ein "unerlaubter Umgang mit gefährlichen Abfällen". Der Polizei zufolge wurden bereits damals Straf- und Ordnungswidrigkeitsverfahren sowie "drastische Auflagen" verhängt.

Rinder in 'erschreckendem' Zustand, Silagesäfte in Wiesen und Flüssen

Anfang dieser Woche ist die Polizei jetzt mit einem Großaufgebot an Kräften angerückt. Fünf Rinder wurden wegen ihres schlechten Gesundheitszustands noch vor Ort getötet. Insgesamt, berichtet die Polizei, seien zahlreiche der über 700 Rinder in einem "erschreckenden" Allgemein- und Ernährungszustand gewesen.

Die Stallungen  - insbesondere die der Kälber - seien teils stark verschmutzt, dunkel und zu klein gewesen. Einige Kühe kalbten auf blankem Beton.
 
Außerdem berichtet die Polizei von Silagesäften, die in "erheblichem Ausmaß" in die Gräben, Flüsse und Wiesen floßen sowie von Asbestabfällen und landwirtschaftlichen Fahrzeugwracks, die teils bereits eingewachsen auf dem Grundstück lagerten. Um den kompletten Betrieb in Augenschein zu nehmen, brauchte die Polizei ganze zwei Tage.

Verstöße gegen Tierschutzgesetz und Umweltrecht

Der Milchbauer wird sich jetzt wegen mehrerer, sich wiederholender Verstöße gegen das Tierschutzgesetz und gegen das Umweltrecht verantworten müssen. Die Polizei rechnet zudem mit erheblichen Prämieneinbußen für den Landwirt.
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