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Praktiker berichten

Grünland im Herbst: Zum Überwintern zu viel, zum Silieren zu wenig

Das milde Wetter bis in den November hinein, hat für einen auch noch späten Aufwuchs gesorgt.
am Samstag, 12.11.2022 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Milde Temperaturen und gemäßigte Niederschläge sorgen für weiterhin viel Futter auf dem Grünland. Für den Start in den Winter ist das von Nachteil. Landwirte verraten ihre Lösungen.

Das milde Wetter bis in den November hinein, hat für einen auch noch späten Aufwuchs im Feldfutterbestand gesorgt. Viele Landwirte stehen nur vor der Frage, wie sie damit umgehen und die Bestände gut in und über den Winter bringen.

Erfahrungen mit dem Mulchen

In den sozialen Netzwerken ist der Austausch unter den Landwirten groß und auch dieses Thema wird stark diskutiert. So empfiehlt Henning K.: „Siloballen ist doch Top Futter, haben mal 6,9 mit dem letzten Schnitt im November erreicht.“ Einige hingegen setzen auf das Mulchen. Christian S. hat mit einem späten Schnitt im November schlechte Erfahrungen gemacht und mulcht deshalb die betroffenen Flächen: „… ich mach es nicht mehr, weil wir viel Maulwürfe hier haben, da ist der Asche Anteil zu hoch. Ich habe damit leider negative Erfahrungen gemacht und werde es nicht nochmal machen. Wenn, dann abweiden. Der Rest geht bei mir durch den Mulcher, so habe ich lieber mehr Geld verdient, als an Milchleistung zu verlieren.“ Auch Ingrid W. geht diesen Weg: „Wir würden mulchen. Es ist zudem Dünger.“ Franz S. hingegen achtet auf den Dieselverbrauch und rät: „Mähen und Schwaden geht schneller und braucht weniger Diesel wie Mulchen.“

Beweiden oder Siloballen

Anders wird es Henning C. machen: „Wir werden auch nochmal mähen. Mal schauen, ob das Wetter mitmacht. Das Futter ist zu Schade um‘s verkommen zu lassen und für die Grasnarbe ist es nicht gut wenn‘s stehen bleiben würde.“ Hannes G. setzt ähnlich an: „Ich würde mal schauen, ob ein Lohnunternehmer aus der Umgebung die Maschinen noch nicht gewaschen hat und Siloballen machen. Dass das nicht das Wirtschaftlichste ist, ist klar, aber immer noch besser als eine Mäuseplage im nächsten Jahr.“ Andere wiederum raten dazu, die Flächen abweiden zu lassen. „Ein Elektrozaun und die Kühe von mittags bis abends weiden lassen“, rät Lamberty C. Aber auch der Einsatz von Schafen auf der Fläche wird empfohlen.

Mit weniger Masse in den Winter

Grundsätzlich ist es wichtig, dass die Grünlandbestände nicht zu massig in den Winter gehen. Bei einem Aufwuchs von über 10 cm über dem Boden, steigt die Gefahr der Auswinterung durch Schneeschimmel oder Rostbefall. Auch der Feldmausbefall kann dadurch begünstigt werden, denn ein üppiger Aufwuchs bietet den Tieren vermehrt Unterschlupf.

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