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Milchproduktion

Gute Aussichten für die britische Milchproduktion

von , am
03.03.2010

London - Trotz eines starken Rückgangs der Milchproduktion in den vergangenen Jahren sieht der Branchenverband Dairy UK gute Aussichten für Milcherzeugung und Molkereiwirtschaft.

© Werkbild

"Wir bereiten uns besser auf das künftig unsichere Geschäftsklima vor als andere", betonte der Geschäftsführer von Dairy UK, Jim Begg, mit Blick auf die Deregulierung der Märkte. Die Schwarzseher lägen falsch, besonders diejenigen, die Landwirte stets als Opfer und nicht als konstruktive, zuversichtliche Geschäftsleute betrachteten. Als Beispiele für eine vorteilhafte Positionierung der britischen Molkereiwirtschaft und ihrer Lieferanten sieht Dairy UK die Entwicklung der Milchpreise.

Diese seien in Großbritannien seit dem Erreichen von Höchstständen im Jahr 2008 weniger stark gefallen als im Durchschnitt der 15 alten EU-Mitgliedstaaten. Zudem stiegen weniger Milcherzeuger aus der Produktion aus als auf dem europäischen Kontinent. Zur Untermauerung dieser These legte Dairy UK Unterlagen der EU-Kommission vor, wonach sich die Zahl der Milcherzeuger in Frankreich seit dem Jahr 2000 fast halbiert hat. Eine ähnliche Entwicklung war in Italien festzustellen. In Großbritannien wurde ein Rückgang um 30 Prozent verzeichnet. Unterdurchschnittlich fiel der Rückgang in Deutschland mit einem Minus von gut 20 Prozent aus.

Weniger Betriebe, dafür steigt die Kuhzahl 

Zu bedenken ist dabei allerdings, dass die Herden in Großbritannien traditionell größer und die Zahl der Betriebe schon seit langem geringer ist als auf dem europäischen Kontinent. Als vorbildlich sieht man bei Dairy UK die Rolle verschiedener Einzelhändler, unter anderem des Branchenprimus Tesco. Dieser habe sich mit den Verarbeitern auf einen Milcherzeugerpreis geeinigt, betont man bei Dairy UK. Darin enthalten seien auch Umweltvorgaben und Anforderungen zum Tierschutz.

Weniger Milch als im Vorjahr geliefert

Beispielsweise sei im Rahmen der Tesco-Kontrakte der Kälberexport verboten. Die Supermarktkette versuche damit, den Markt für Kalbfleisch in Großbritannien zu unterstützen, betonte ein Sprecher von Dairy UK. Die Milcherzeugerpreise würden im Rahmen der Vereinbarung lediglich alle sechs Monate verändert. Der britische Milchmarkt ist traditionell unterversorgt und von Importen abhängig. Im laufenden Wirtschaftsjahr lieferten die Milcherzeuger ihren Molkereien von April 2009 bis Januar 2010 insgsamt 10,73 Millionen Tonnen Milch an, das waren 0,3 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum und 5,7 Prozent weniger als im Wirtschaftsjahr 2005/06. (AgE)

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